Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
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Nikotin

Bitte informieren Sie sich auch im Infopool über das Thema.

Haben Sie Anmerkungen und Vorschläge zu dieser Unterrichtseinheit?
Dann schreiben Sie uns doch bitte an: info@kmdd.de

Einstieg ins Thema: Geschichte des Tabaks

Lernziel: Die Schüler/innen lernen ein paar historische Eckdaten zur Geschichte des Tabaks kennen.

Die Schüler/innen betrachten das Tabakfeld auf der Präsentationsseite 1 (PDF), während der Lehrer/die Lehrerin oder ein Schüler/eine Schülerin den Text über die Geschichte des Tabaks (PDF) vorliest. Das Thema könnte auch von einem Schüler/einer Schülerin als Kurzreferat vorgetragen werden.

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Gründe für und gegen das Rauchen

Lernziel: Die Schüler/innen machen sich Gedanken darüber, warum Menschen eigentlich zur Zigarette greifen und welche Gründe es gibt, nicht zu rauchen oder damit aufzuhören.

Die Lehrkraft klebt zwei große farbige Blätter nebeneinander an die Wand.
Auf einem roten Blatt steht: „Jugendliche rauchen, weil ..."
Auf einem grünen Blatt steht: „Jugendliche rauchen nicht, weil ..."
Dann teilt der Lehrer/die Lehrerin rote Kärtchen an die Schüler/innen aus. Die Schüler/innen schreiben auf jedes Kärtchen einen Grund, warum sie selbst rauchen oder warum sie glauben, dass Jugendliche rauchen. Dann kommen die Schüler/innen nacheinander an die Wand, lesen ihr Kärtchen vor und heften es unter das rote Blatt an die Wand. Wer selbst raucht, kann sagen: „Ich rauche weil, ..."
Jugendliche führen als Gründe oft an, dass Rauchen cool ist, erwachsen macht oder dass die Freunde rauchen. Auch Rebellion spielt eine Rolle und die Kontaktaufnahme. Wer jedoch schon ein paar Monate raucht, der ist nikotinabhängig und das ist dann der eigentliche Grund. Darauf sollte die Lehrkraft hinweisen und ein einsprechendes Kärtchen an die Wand hängen.
Danach werden die grünen Kärtchen ausgeteilt und beschriftet. Wer nicht raucht, stellt sein Kärtchen mit den Worten vor: „Ich rauche nicht, weil ...", wer aufhören möchte, sagt: „Ich möchte aufhören zu rauchen, weil ..."
Gründe gibt es viele: Krebserkrankungen (Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Hautkrebs), Herzkreislauferkrankungen (Herzinfarkt), eine verringerte Lebenserwartung (ca. 10 Jahre), Husten und Erkrankung der Atemwege, abnehmende sportliche Leistungsfähigkeit, übler Mundgeruch und stinkende Kleidung, gelbe Zähne, schlechte Haut, Potenzstörung, bei Mädchen/Frauen, die die Pille nehmen erhöhte Thrombosegefahr, Schwangerschaft, Geldprobleme u. v. m. Der Lehrer/die Lehrerin ergänzt wichtige Gründe mit eigenen Kärtchen.

Überleitung:
Viele positive Meinungen über das Rauchen, wie z. B., dass Rauchen schlank macht, dass Raucher die cooleren Menschen sind oder dass Rauchen entspannt, stammen von Werbebotschaften, haben mit der Realität jedoch nichts zu tun. Wir befassen uns deshalb erst einmal mit der Tabakwerbung.

Tabakwerbung und Realität

1. Werbung analysieren

Lernziel: Die Schüler/innen analysieren, mit welchen Methoden die Tabakwerbung versucht, Kinder und Jugendliche anzusprechen.

Die Schüler/innen betrachten die Camelwerbung auf der Präsentationsseite 2 (PDF) und beantworten die Fragen des Lehrers/der Lehrerin.

Impuls:

  • Beschreibt das Plakat! (Links eine Abbildung, rechts ein Text, farbenfroh usw.)
  • Um welche Werbung handelt es sich hier? (Zigarettenwerbung für die Marke Camel)
  • Welche Gründe könnte es geben, statt mit den Zigaretten mit dem Camel-Dromedar zu werben? (Das süße Kuscheltier ist ein Hingucker, ist witzig und humorvoll und verharmlost das Rauchen.)
  • Welche Aussage hat diese Werbung? (Rauchen entspannt, ist gemütlich, steigert das Wohlbefinden und macht die Freizeit noch angenehmer. Wer raucht, ist humorvoll.)
  • Welche Altersgruppe könnte diese Werbung besonders ansprechen und warum? (Kinder und Jugendliche, wegen des süßen Kuscheltiers und wegen der Jugendsprache „locker abhängen")

Noch ein paar Fakten:

  • Joe Camel (das Dromedar) war bei Vorschulkindern zeitweise bekannter als Micky Maus.
  • Vor dieser Werbekampagne rauchten Jugendliche praktisch keine Camels. Durch die Kampagne erreichte Camel bedeutende Marktanteile bei Jugendlichen.
  • Wegen des starken öffentlichen und politischen Drucks wurde die Werbekampagne 1997 schließlich eingestellt.
  • Camel hat stets behauptet, dass sich diese Werbung nur an Erwachsene gerichtet habe.

Überleitung:
Die Tabakindustrie beteuert, dass ihre Werbung nur für Erwachsene gedacht sei. Das mag auch durchaus so sein. Doch ist zu bedenken, dass Werbung mit sehr jugendlich wirkenden Erwachsenen wie auf der Präsentationsseite 3 (PDF) eben nicht nur junge Erwachsene, sondern auch Jugendliche anspricht und zum Rauchen animiert.
Die Lucky Strike Werbung auf der Präsentationsseite 4 (PDF) sticht z. B. kleinen autobegeisterten Jungen sofort ins Auge. Natürlich sind das noch keine Zigaretten-Konsumenten. Aber es findet eine positive Assoziation mit der Marke statt, die später vielleicht einmal eine Konsumentscheidung beeinflusst.

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2. Werbebotschaften

Lernziel: Die Schüler/innen sollen erkennen, dass viele Meinungen, die über das Rauchen oder über Raucher kursieren, aus der Tabakwerbung stammen.

Die Schüler/innen sehen sich das Interview über die Tabakwerbung an. Der Lehrer/die Lehrerin hängt neben die zwei farbigen Blätter noch ein drittes Blatt auf.
Darauf steht: „Die Werbung vermittelt: Ihr sollt rauchen, weil..."
Nun überlegt die Lerngruppe basierend auf den Informationen aus dem Film, welche der Gründe für das Rauchen von der Werbung vermittelt werden. Die Schüler/innen hängen ihre Kärtchen um. Es sollten nur noch wenige Gründe übrig bleiben.


3. Giftstoffe im Tabakrauch

Lernziel: Die Schüler/innen erfahren, dass neben Nikotin noch viele weitere giftige und krebserregende Substanzen im Zigarettenrauch enthalten sind.

Die Schüler/innen sehen sich die Animation über die Giftstoffe im Tabakrauch an. Die Lehrkraft hat einige Produkte zur Veranschaulichung dabei. Einige Schüler/innen bekommen Zettel mit den Giftstoffen und der Beschreibung dazu. Nach der Animation heften sie diese an die passenden Produkte. Falls Interesse besteht, könnten einige Schüler/innen für die nächste Stunde zu den giftigen und/oder krebserregenden Stoffen im Tabakrauch recherchieren und ihre Ergebnisse kurz vortragen.

 
GiftstoffBeschreibungProdukt zur Veranschaulichung
TeerKrebserregend, verklebt außerdem die Flimmerhärchen.z. B. Stück Straßenbelag, Dachpappe o. Ä.
KohlenmonoxidGiftiges Gas, das bei Verbrennungsvorgängen entsteht und die Sauerstoffaufnahme verringert.z. B. Benzinkanister
AcetonGiftiges Lösungsmittel.z. B. Nagellackentferner
Ammoniak und BenzolBeide krebserregend, Ammoniak reizt außerdem die Augen.z. B. WC-Reiniger
Blei und CadmiumSehr giftige Metalle, Cadmium gilt als krebserregend.z. B. Batterien
ButanFlüssiggas, sehr wahrscheinlich krebserregend.z. B. Feuerzeug
FormaldehydReizendes, stechendes und krebserregendes Gas.z. B. Desinfektionsmittel
NaphtalinGesundheitsschädlich und vermutlich auch krebserregendz B. Mottenkugeln


Gruppenzwang: Rauchergruppenspiel

Lernziel: Die Schüler/innen machen sich Gedanken, wie die Peergroup ihr Verhalten beeinflusst, und probieren aus, wie sie sich gegen Gruppenzwänge behaupten können.

Rollenspiel:
Die Schüler/innen stellen die Situation in einer Rauchergruppe nach. 4-6 Schüler/innen stehen in einer Gruppe im Klassenzimmer zusammen. Der Lehrer/die Lehrerin gibt ihnen eine Packung Zigaretten aus Schokolade (bitte keine echten Zigaretten). Jeder Schüler/jede Schülerin nimmt eine Zigarette und die Schüler/innen tun so, als ob sie rauchen würden. Die Schüler/innen sollen sich unterhalten. Falls ihnen das schwer fällt, gibt der Lehrer/die Lehrerin ein aktuelles Thema vor. Weitere 3-4 Schüler/innen gehen vor die Tür und werden nacheinander einzeln hereingerufen. Jeder soll sich zur Rauchergruppe dazugesellen und am Gespräch teilnehmen. Die Rauchergruppe bietet jedem Neuankömmling eine Zigarette an und versucht ihn zum Rauchen zu überreden und zu drängen. Es ist jedem Schüler/jeder Schülerin selbst überlassen, ob er die Zigarette annimmt oder nicht und wie er den Kontakt zur Rauchergruppe herstellt. In der Rauchergruppe sollte die Packung wechseln, sodass nicht immer derselbe Schüler/dieselbe Schülerin die Zigarette anbietet.
Danach wird das Spiel zusammen besprochen. Es wäre gut, wenn einige Teilnehmer bereit wären, über ihre Erfahrungen zu berichten und zu erklären, warum sie sich so und nicht anders verhalten haben.

Diskussionsanregung:

  • Warum wurden die Zigaretten angenommen oder abgelehnt?
  • Fällt es schwer, eine angebotene Zigarette abzulehnen?
  • War es euch als Rauchergruppe wichtig, dass die angebotenen Zigaretten angenommen wurden?
  • Wurden Schüler/innen, die abgelehnt haben, genauso behandelt wie Schüler/innen, die mitgeraucht haben?
  • Wie kann man mit Gruppendruck umgehen und wie kann man sich ihm entziehen?

Ende der Unterrichtseinheit

Zum Ende der Unterrichtseinheit können die Schüler/innen einen Fragebogen (PDF) zum Thema "Nikotin" ausfüllen, den die Klasse dann anschließend anhand der Musterlösung (PDF) gemeinsam bespricht. Anschließend verteilt der Lehrer/die Lehrerin jugendgerechtes Informationsmaterial zum Thema. Dieses kann in geringen Mengen (max. 10 Exemplare pro Titel) kostenlos über unseren Online-Shop bestellt werden. Bei größeren Bestellmengen wenden Sie sich bitte an folgenden Institutionen:

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Unterrichtseinheit Cannabis

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