Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
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Starke Kinder brauchen keine Drogen

Ob ein Mensch später süchtig wird oder nicht, hängt danach bis zu einem gewissen Grad von den Umständen und den Entwicklungen in seiner Kindheit ab. Denn hier werden zum ersten Mal die Weichen gestellt, die über den weiteren Lebensweg entscheiden. Solche Weichenstellungen erfolgen vor allem in Phasen des Umbruchs: mit dem Eintritt in den Kindergarten, mit dem Beginn der Schule, mit dem Einsetzen der Pubertät.

Bei Kindern, die seelisch gesund und zufrieden sind, ist das spätere Suchtrisiko geringer. Umgekehrt zeigen Kinder, lange bevor sie süchtig werden, deutliche Warnsignale.

Auf diesen Erkenntnissen baut eine frühe Vorsorge auf. Ein Problem dabei ist, dass man immer noch nicht genau weiß, wie Sucht entsteht und was ihre Ursachen sind. Dafür wissen wir aber, dass es eine Reihe von "Schutzfaktoren" gibt, die Kinder und Jugendliche gegen Sucht stärken. Dieser Schutz ist zwar nicht hundertprozentig. Aber er senkt auf jeden Fall das Risiko.
Man kann heute mit Sicherheit sagen, dass seelisch ausgeglichene und selbstbewusste Kinder mit einem stabilen und belastbaren "Ich" bessere Chancen haben, später nicht süchtig zu werden.

Kinder brauchen eine gewaltfreie Erziehung.

Auch wenn Kinder ganz schön nerven und provozieren können, müssen sich Eltern immer um eine gewaltfreie Erziehung bemühen. Sie dürfen weder körperliche noch seelische Gewalt anwenden. Das Gleiche gilt natürlich für das Verhältnis der Eltern untereinander. Kinder sollten am elterlichen Vorbild lernen, dass Konflikte gewaltfrei und konstruktiv ausgetragen werden können.

Kinder brauchen konsequente Zuwendung

Kindliche Bedürfnisse orientieren sich nicht am Tagesablauf der Eltern. Mittendrin, wenn es gerade gar nicht passt, verlangt ein Kind nach Zuwendung. Häufig sollen dann Fernseher oder Süßigkeiten die Kinder ablenken, trösten oder beschäftigen. So werden Kinder daran gewöhnt, ihre natürlichen Bedürfnisse mit bequemen und leicht verfügbaren Ersatzbefriedigungen zu stillen – ein erster Schritt in Richtung Konsum- und Suchtverhalten.

Kinder brauchen Anerkennung und seelische Sicherheit

Kinder wollen gelobt werden und zwar nicht nur für herausragende Leistungen, sondern auch für vergebliche Bemühungen, für ihre Träume und Fantasien und für alltägliche Dinge. Kinder brauchen diese Anerkennung für sich als Person und nicht nur für ihr Handeln, unabhängig von Erfolg oder Misserfolg. Natürlich müssen Kinder auch von ihren Eltern eigene Stärken und Schwächen gezeigt bekommen, durch Lob und Tadel. Die elterliche Liebe darf für das Kind dabei jedoch nie in Frage stehen oder gar an eine Leistung gebunden sein.

Kinder brauchen Kommunikation

Kleine Kinder suchen von sich aus das Gespräch und erzählen bereitwillig und gerne. Dabei müssen wir die Kinder den Zeitpunkt bestimmen lassen. Kommt auf die Frage: “Wie war es in der Schule?“ zunächst nur eine einsilbige Antwort: “Ganz OK“, so sprudeln wenig später die Informationen aus ihnen heraus. Winken Eltern aus Zeitmangel oder anderen Gründen häufig ab oder hören nur halbherzig zu, müssen sie sich nicht wundern, wenn das Kind irgendwann nichts mehr erzählen will. Wenn Eltern dagegen schon mit ihren kleinen Kindern eine vertrauensvolle Gesprächskultur entwickeln, dann wird der Kontakt auch während der Pubertät leichter fallen.

Kinder brauchen Vorbilder

Eltern sollten das, was Sie von ihrem Kind erwarten, auch selbst so gut es geht vorleben. Das beginnt schon im Kleinkindalter, da Kinder am elterlichen Beispiel unter anderem auch den Umgang mit Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin und Tabletten lernen. Alkohol sollte nur gelegentlich und nicht als Problemlöser gebraucht werden. Wer nicht aufs Rauchen verzichten will oder kann, sollte wenigstens nicht in Anwesenheit seines Kindes zur Zigarette greifen. Schlaf- und Beruhigungsmittel dürfen eigentlich nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Auch im Umgang mit Fernseher und Computer dient das Verhalten der Eltern den Kindern als Orientierung.

Kinder dürfen aber auch ruhig mitbekommen, dass ihre Eltern nicht perfekt sind. Wichtig ist dabei, dass Eltern ihre eigenen Schwächen offen mit den Kindern ansprechen und man miteinander und voneinander lernt.

Kinder brauchen Bewegung und gesunde, abwechslungsreiche Ernährung

Die Gesundheit ihrer Kinder ist allen Eltern ein großes Anliegen. Doch nur wenn sich Eltern selbst aktiv um ihre Gesundheit bemühen, sich ausgewogen ernähren und regelmäßig Sport treiben, wirken sie überzeugend.
Vor allem Sport ist ein zentraler Punkt. Schon Kinder leiden heute unter Haltungsschäden und Übergewicht. Außerdem interessieren sich aktive Jugendliche weniger für Drogen. Der Konsum von Nikotin und Alkohol bedarf allerdings in manchen Vereinen einer kritischen Reflexion. Erkundigen Sie sich, bevor Sie Ihr Kind bei einem Verein anmelden, wie dort mit Zigaretten und Alkohol umgegangen wird.

Kinder brauchen vielfältige soziale Kontakte

Um Kompetenz und Selbstbewusstsein im Umgang mit anderen Menschen zu erwerben, brauchen Kinder unterschiedliche soziale Kontakte. Neben den Eltern spielen die Großeltern und mitunter auch Onkel und Tante, eine wichtige Rolle, da sie die Meinung der Eltern auch mal in Frage stellen und andere Ansichten und Lebensführungen vorleben. Weiterhin sind auch Freunde von entscheidender Bedeutung und werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Dann müssen Eltern lernen loszulassen und den Kindern ihr eigenes soziales Leben zugestehen.

Kinder brauchen Freiräume

Nur ein Kind, das die Welt selbst erfahren darf, kann sich zu einem unabhängigen Menschen entwickeln. Eltern müssen ihr Kind natürlich vor offensichtlichen Gefahren bewahren, sollen ihm aber auch einen dem Alter angemessenen Freiraum bieten. Ein übermäßiges Behüten bewahrt das Kind keineswegs vor Drogen. Im Gegenteil, dadurch kann das Selbstbewusstsein empfindlich beeinträchtigt werden.

Erfahren Sie mehr über erste Warnsignale bei Kindern

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