Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt

Interview mit Fred Buchalski vom Theater Sehnsucht

Fred Buchalski, Begründer und Regisseur des Theater Sehnsucht, liegt die Suchtpräventionarbeit für Jugendliche besonders am Herzen. Er war viele Jahre selbst stark suchtkrank und möchte durch seine Theaterprojekte die Lebenskompetenzen seiner jugendlichen Zuschauer stärken - und das ganz ohne moralischen Zeigefinger!

KMDD: Warum haben Sie ein Stück über Suchtprävention inszeniert?

Regisseur Fred Buchalski

Fred Buchalski: Neben Gewalt, Mobbing und Rassismus ist Suchtprävention ein essentielles Thema, mit dem sich Jugendliche frühzeitig auseinandersetzen sollten. In vielen Schulen wird bereits theoretisches Wissen zu Alkohol, Cannabis & Co. vermittelt, auf dem wir mit „Wilder Panther, Keks!" aufbauen können. Mir geht es mit dem Theater Sehnsucht darum, die Schüler auf der emotionalen Ebene zu erreichen und ihnen mit dem Protagonisten Max eine glaubhafte Identifikationsfigur zu bieten. Der erhobene moralische Zeigefinger ist nicht unser Ding und erzielt auch keine nachhaltige Wirkung bei Jugendlichen.

KMDD: Was wollen Sie den jungen Zuschauern mit auf den Weg geben?

Fred Buchalski: Wir wollen Jugendlichen auf unterhaltsame Art aufzeigen, wohin der Konsum von Suchtmitteln führen kann. Wie schnell man in der Suchtspirale gefangen ist und wie viele kleine Löcher sehr schnell zu einem großen schwarzen Loch, einer schweren Depression, werden können. Wir ermuntern die Jugendlichen, sich im Krisenfall nicht selbst zu bemitleiden, sondern zu kämpfen, Hilfe anzunehmen und durch Selbstliebe dem schwarzen Loch zu entkommen.

KMDD: Was qualifiziert Sie für den professionellen Umgang mit einem so sensiblen Thema?

Fred Buchalski: Als ausgebildeter Schauspieler und Regisseur bringe ich das notwendige Handwerkszeug und die Erfahrung mit, ein Stück zu inszenieren und zu arrangieren. Aus meinem Arbeitsalltag als Suchtkrankenhelfer kenne ich die Probleme und Beweggründe von jungen Süchtigen sehr gut. Zudem war ich selber bis vor 12 Jahren alkohol- und tablettenabhängig. Ich weiß also sehr genau, wovon ich spreche.

KMDD: Suchtpräventive Ansätze sind schön und gut, verpuffen aber oft bzw. sind nicht besonders nachhaltig konzipiert. Wie lösen Sie dieses Problem?

Protagonist Max (Alex Grimm)

Fred Buchalski: Wir begegnen diesem Problem, indem wir es nicht bei der bloßen Aufführung des Stücks belassen. Direkt im Anschluss an die Aufführung findet eine ausführliche Diskussionsrunde mit Schülern und Ensemble statt. Zusätzlich bietet das Theater Sehnsucht Vor- und Nachbereitungsworkshops (mit Experten) an, d. h. wir gehen direkt in die teilnehmenden Schulklassen, vertiefen einzelne Themenbereiche und beantworten alle offenen Fragen. Wir versuchen Wissen mit Emotionen zu verknüpfen um so eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
Oft findet die Aufführung von „Wilder Panther, Keks!" auch im Rahmen einer ganzen Suchtpräventionswoche statt. Das ist optimal, da die Schüler bereits über viel Vorwissen verfügen und für die Thematik sensibilisiert sind. Aus meiner Erfahrung ist Suchtprävention immer dann besonders erfolgreich und wirkungsvoll, wenn sie jahrgangsstufen- und fächerübergreifend im Stundenplan fest verankert ist.

KMDD: Wie wichtig sind für Ihre Arbeit Kooperationspartner wie KEINE MACHT DEN DROGEN?

Fred Buchalski: Über die Kooperation mit KEINE MACHT DEN DROGEN habe ich mich sehr gefreut. KMDD passt zu uns. Wir haben die gleichen Ziele. Ich habe im Laufe meiner suchtpräventiven Arbeit sehr viele Fachleute und Organisationen kennen gelernt, da ist es nicht einfach einen geeigneten Partner und Förderer zu finden. KMDD ist erfahren, sendet neue Erkenntnisse in die Suchtprävention und bringt spannende Projekte für Jugendliche, mutig und sensibel auf den Weg. Das ist auch unser Ziel. Last, but not least, die spannende Multiplikatorenschulung zur Suchtprävention, an der ich in diesem Jahr zum ersten Mal teilnehmen werde. Ich freue mich darauf. TheaterSehnsucht ist stolz darauf, einen so namhaften Partner als Unterstützer
gefunden zu haben.

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