Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
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Essstörungen - Magersucht, Bulimie, Essanfälle

Essstörungen haben in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Mädchen und junge Frauen sind besonders betroffen.

Woher kommen Essstörungen?

Von Essstörungen sind vor allem Mädchen und junge Frauen betroffen. Aber auch ältere Frauen, Männer und Jungen haben Essstörungen. Menschen mit Essstörungen haben ein schlechtes Selbstbewusstsein und sind stark von der Meinung anderer abhängig.

Die überwiegend jungen, weiblichen Patienten sind geradezu fixiert auf ihr Aussehen und ihr Gewicht. Sie stellen das Dünnsein und ihre Selbsteinschätzung in den Mittelpunkt ihres Denkens.

Am Anfang steht das Gefühl, zu dick zu sein und eine Diät machen zu müssen. Wird die Diät kombiniert mit der Einnahme von Abführmitteln, Appetitzüglern, Erbrechen nach dem Essen oder dem exzessiven Betreiben von Fitness, dann ist das der Einstieg in eine Essstörung.

Das Schönheitsideal von Frauen in den westlichen Industrienationen hat sich in den letzten Jahrzehnten hin zu einem Ideal extremer Schlankheit entwickelt. In diesem soziokulturellen Klima können Essstörungen natürlich gut gedeihen.

Essstörungen werden entweder als Sucht oder als psychosomatische Erkrankung eingeordnet. Bei der Entwicklung einer Essstörung sind die Grenzen zwischen gestörtem Essverhalten und der Erkrankung an einer Essstörung fließend. Es gibt jedoch klare diagnostische Kriterien für die Erkrankung. Eine Essstörung hat man aber nicht nur dann, wenn eines dieser Diagnosekriterien vollständig erfüllt ist. Vielmehr liegt eine Essstörung immer dann vor, wenn das eigene Essverhalten „entgleist" ist und man zwanghaft ans Essen denkt - viel öfter, als man eigentlich möchte.

Kriterien für eine Erkrankung an Magersucht (Anorexia nervosa)

  • Weigerung, das Körpergewicht über einem minimalen Normalgewicht zu halten, das Alter und Größe entspricht.
  • Intensive Furcht vor einer Gewichtszunahme oder davor, fett zu werden, obwohl Untergewicht besteht.
  • Störung in der Art und Weise, in der das eigene Körpergewicht oder die eigene Figur erlebt wird.
  • Übermäßiger Einfluss von Körpergewicht oder Figur auf die Bewertung der eigenen Person und Leugnung der Gefahr des gegenwärtigen niedrigen Körpergewichts.
  • Bei Frauen und Mädchen das Ausbleiben von mindestens drei aufeinander folgenden Menstruationszyklen.

Kriterien für eine Erkrankung an Bulimie (Bulimia nervosa)

  • Regelmäßige Essanfälle. Bei einem Essanfall wird in einem abgegrenzten Zeitraum eine Nahrungsmenge gegessen, die deutlich größer ist als eine Menge, die die meisten anderen Leute in demselben Zeitraum und unter den gleichen Umständen essen würden. Der Essanfall wird dabei als Kontrollverlust über das Essen empfunden. Man hat das Gefühl, nicht mit dem Essen aufhören zu können und die Kontrolle darüber zu verlieren, wie viel man isst.
  • Regelmäßiges unangemessenes Kompensationsverhalten, um einen Gewichtsanstieg zu vermeiden. Dazu gehört herbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Einläufen oder von anderen Medikamenten, Fasten oder exzessiver Sport.
  • Die Essanfälle und das unangemessene Kompensationsverhalten treten im Durchschnitt mindestens zweimal pro Woche in einem Zeitraum von drei Monaten auf.
  • Die Bewertung der eigenen Person wird durch Figur und Gewicht übermäßig beeinflusst.

Kriterien für eine Erkrankung an Binge Eating Disorder (wiederkehrende Heißhungeranfälle)

  • Regelmäßige Essanfälle. Bei einem Essanfall wird in einem abgegrenzten Zeitraum eine Nahrungsmenge gegessen, die deutlich größer ist als eine Menge, die die meisten anderen Leute in demselben Zeitraum und unter den gleichen Umständen essen würden.
  • Der Essanfall wird dabei als Kontrollverlust über das Essen empfunden. Man hat das Gefühl, nicht mit dem Essen aufhören zu können und die Kontrolle darüber zu verlieren, wie viel man isst.
  • Die Essanfälle sind durch mindestens drei der folgenden Merkmale gekennzeichnet:

    1. Es wird wesentlich schneller gegessen als normalerweise.
    2. Es wird gegessen, bis man sich unangenehm voll fühlt.
    3. Es werden große Mengen gegessen, obwohl man sich nicht körperlich hungrig fühlt.
    4. Es wird allein gegessen, weil es peinlich ist, wie viel man isst
    5. Man fühlt sich von sich selbst angeekelt, depressiv oder sehr schuldig nach dem Überessen

  • Es besteht hinsichtlich der Essanfälle merkliche Verzweiflung.
  • Die Essanfälle treten im Durchschnitt an mindestens zwei Tagen pro Woche in einem Zeitraum von über sechs Monaten auf.
  • Die Essanfälle sind nicht mit einem unangemessenen Kompensationsverhalten, wie zum Beispiel abführende Maßnahmen, Fasten oder exzessiver Sport, verbunden.

Quelle: www.cinderella-rat-bei-essstoerungen.de

Hilfe und Beratung bei Essstörungen

Wie sieht es mit dem eigenen Essverhalten aus? Ein Test hilft bei der Selbstbeurteilung.

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