Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt

Cannabis

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Hast du Anmerkungen und Vorschläge zu dieser Gruppenstunde?
Dann schreib uns doch bitte an: info@kmdd.de

Cannabis versus Alkohol

Lernziel: Die Jugendlichen lernen zu verstehen, dass sich Alkohol und Cannabis nicht so einfach vergleichen lassen, aber beide Drogen gleichermaßen gefährlich und gesundheitsschädlich sind.

Der Jugendleiter/die Jugendleiterin teilt die Jugendlichen in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe erhält den Auftrag, Argumente zu sammeln für das Statement: „Alkohol ist gefährlicher und schädlicher als Cannabis".
Die andere Gruppe soll Argumente sammeln für das Statement: „Cannabis ist gefährlicher und schädlicher als Alkohol".
Anschließend setzen sich die Gruppen in zwei Reihen gegenüber und tauschen die Argumente aus. Der Jugendleiter/die Jugendleiterin notiert die vorgebrachten Argumente auf einem Flipchart. Im Anschluss daran werden die Argumente im Plenum besprochen. Der Jugendleiter/die Jugendleiterin korrigiert und ergänzt diese, so weit nötig. Das Fazit sollte sein, dass man nicht die eine Droge gegen die andere ausspielen kann, weil beide gefährlich sind.

Noch ein paar Fakten:

  • Die unbedenklichen Trinkmengen Alkohol pro Tag liegen laut BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) bei Frauen bei 0,3 Liter Bier und 0,1 Liter Wein/Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose und bei Männern bei 0,6 Liter Bier und 0,3 Liter Wein/Sekt oder etwa 8 cl einer Spirituose. Der Alkoholkonsum Jugendlicher sollte deutlich unter den Grenzwerten für Erwachsene liegen. Darüber hinaus werden pro Woche mindestens zwei alkoholfreie Tage empfohlen.
  • Alkohol ist wasserlöslich. Pro Stunde wird ca. 0,1 Promille abgebaut. Cannabis ist fettlöslich. Es wird in den fetthaltigen Organen (u. a. auch im Gehirn) eingelagert und kann bei gelegentlichem Konsum noch bis zu 3 Wochen, bei regelmäßigem bzw. chronischem Konsum bis zu 12 Wochen im Urin nachgewiesen werden.
  • In Deutschland weisen 1,69 Mio. Menschen (der 18-59 Jährigen) eine Alkoholabhängigkeit auf. Zusätzlich weisen 1,65 Mio. Menschen einen missbräuchlichen Alkoholkonsum auf. Es gibt 229.000 Cannabisabhängige. Zusätzlich weisen noch einmal ebenfalls 229.000 Menschen einen missbräuchlichen Cannabiskonsum auf (Epidemiologischer Suchtsurvey 2012).
  • Neben den bekannten gesundheitlichen Schäden durchs Rauchen kann Cannabis die Gedächtnisleistung beeinträchtigen, zu Antriebslosigkeit führen und sogar Psychosen auslösen.
  • Cannabis kann mit gefährlichen Zusätzen wie Quarzsand, Vogelsand, Brix (Glukosemischung mit Hormonen) oder sogar gemahlenem Glas und Metallstaub (z. B. Blei) gestreckt sein. Dadurch wird das Gewicht erhöht und es können höhere Gewinne erzielt werden.
  • Cannabis ist in aller Regel keine Einstiegsdroge. Der Einstieg läuft über Nikotin. Alkohol bildet für Jugendliche ebenfalls oft den Einstieg zum Konsum weiterer Drogen.

 

Vom ersten Joint zur Psychose

Lernziel: Die Jugendlichen lernen, wie leicht man in die Sucht hineinrutschen kann und wie groß die Gefahr psychischer Krankheiten durch Cannabis ist.

Falls ein PC zur Verfügung steht, sehen sich die Jugendlichen den TV-Beitrag "Unterschätzte Droge Hasch" von Frontal21 an und besprechen danach den Bericht.

Impuls:

  • Welche Gründe werden für das Ausprobieren von Cannabis genannt?
  • Welches ist der berauschende Stoff im Cannabis? (THC: Tetrahydrocannabinol)
  • Warum ist Cannabis heute gefährlicher als vor 20 Jahren? (Höherer THC-Gehalt)
  • Mit welchen psychischen Problemen hatten die Konsumenten zu kämpfen? (U. a. Schizophrenie)

Selbstbewusstseinstraining

Lernziel: Die Jugendlichen üben in einem kleinen Selbstbewusstseinstraining, sich gegenseitig zu widersprechen.

Rollenspiel:
Die Teilnehmer stellen sich in zwei Reihen gegenüber auf. Der Jugendleiter/die Jugendleiterin gibt den Jugendlichen aus der einen Reihe den Auftrag, dass sich jeder eine Behauptung oder Meinung überlegt, die man in einem kurzen Satz mitteilen kann, wie z. B. „Biologie ist spannend!" oder „Politiker sind Lügner!" Dann fängt der oder die Erste in der Reihe an und spricht die Behauptung laut aus. Der oder die Jugendliche in der Reihe gegenüber widerspricht sofort: „Das stimmt nicht!", „Das ist falsch!" oder einfach „Nein!", worauf der oder die Erste ihre Behauptung sofort mit „Doch!" oder „Ja!" verteidigt. Die beiden sollen sich dabei unbedingt auch anschreien. Nach 10 oder mehr Wortwechseln unterbricht der Jugendleiter/die Jugendleiterin und das nächste Paar ist dran.
Wenn alle an der Reihe waren, kann noch einmal mit vertauschten Rollen gespielt werden.
Danach bespricht die Gruppe das Rollenspiel.

Impuls:

  • War es schwer, zu seiner Behauptung zu stehen?
  • Wie fühlt es sich an, jemandem zu widersprechen?
  • Wie ist es, vor der Gruppe laut zu schreien. Fühlt man sich dabei stark oder ist es peinlich?

Cannabis und das Recht

Lernziel: Die Jugendlichen lernen die rechtlichen Folgen von Cannabisbesitz und -konsum kennen.

Zunächst fragt der Jugendleiter/die Jugendleiterin: „Wer meint, dass der Besitz von Haschisch für den Eigenbedarf erlaubt ist?"
Selbstverständlich ist das verboten, aber erfahrungsgemäß kursieren unter Jugendlichen immer wieder Gerüchte, wonach es erlaubt sei. Danach informiert der Jugendleiter/die Jugendleiterin über die tatsächlichen rechtlichen Folgen, falls man mit einer sogenannten geringen Menge Cannabis für den Eigenbedarf erwischt wird, und zeigt dazu den Ausdruck 1 (PDF) und den Ausdruck 2 (PDF).
Siehe hierzu auch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Mithilfe des Ausdrucks 3 (PDF) erläutert der Jugendleiter/die Jugendleiterin die Konsequenzen, welche sich außerdem im Hinblick auf den Führerschein ergeben.

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Entspannungsübung

Lernziel: Die Jugendlichen entspannen sich durch das bewusste Spüren der verschiedenen Körperbereiche.

Cannabis wird oft konsumiert, um abzuschalten und sich zu entspannen. Die Jugendlichen lernen mit der folgenden Übung eine Möglichkeit kennen, dies ohne Drogen zu erreichen.
Die Entspannungsübung sollte freiwillig sein, sodass nur diejenigen mitmachen, die ernsthaft daran interessiert sind. Gekicher und „witzige" Kommentare behindern die Übung. Störende Umgebungsgeräusche müssen ausgeschlossen werden.

Die Jugendlichen legen sich in Rückenlage mit Wolldecken als Unterlage auf den Boden. Der Raum wird möglichst etwas abgedunkelt. Es können Kerzen angezündet und eine leise Entspannungsmusik abgespielt werden. Es gibt auch Entspannungs-CDs, die Entspannungsübungen professionell anleiten.
Der Jugendleiter/die Jugendleiterin spricht langsam und deutlich und lässt zwischen den einzelnen Anweisungen kurze Pausen. Die Geschwindigkeit des Redens wird an die Geschwindigkeit langsamen und entspannten Atmens angepasst.

  • Schließe deine Augen.
  • Atme tief und gleichmäßig ein und aus. Konzentriere dich nur auf das Atmen.
  • Du liegst ruhig und entspannt da. Deine Gedanken kommen und gehen. Halte sie nicht fest. Lasse sie vorüberziehen wie Wolken am Himmel.
  • Richte nun deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Spüre den Kontakt deines Körpers auf dem Boden.
  • Spürst du den rechten Fuß? Wie fühlt er sich an? Versuche ihn zu entspannen und ganz locker zu lassen.
  • Wende dann deine Aufmerksamkeit auf den Unterschenkel und entspanne ihn.
  • Gehe nun zum rechten Knie. Spürst du es? Lasse es ganz locker ...
  • Die Reise geht weiter zum Oberschenkel, zum linken Bein und so wandert die Aufmerksamkeit von einem Körperteil zum nächsten, bis man beim Kopf angelangt ist. Auch das Gesicht, der Mund, die Stirn sollten angesprochen werden.
  • Nach der Übung werden die Jugendlichen langsam wieder aus der Entspannung aufgeweckt.
  • Atme mehrmals tief ein und aus. Bewege deine Finger und Füße.
  • Öffne deine Augen und strecke dich. Setze dich auf.
  • Sprich erst mal nicht und komme langsam wieder hier an.

Auswertung:

  • Wie fühlt ihr euch? Besser oder schlechter als vorher?
  • Konntet ihr euch leicht konzentrieren oder seid ihr oft abgeschweift?
  • Wie findet ihr die Entspannungsübung? Könntet ihr euch vorstellen, diese auch alleine zu Hause durchzuführen?

Ende der Gruppenstunde

Der Jugendleiter/die Jugendleiterin verteilt jugendgerechtes Informationsmaterial zum Thema. Dieses kann in geringen Mengen (max. 10 Exemplare pro Titel) kostenlos über unseren Online-Shop bestellt werden. Bei größeren Bestellmengen wenden Sie sich bitte an folgenden Institutionen:

Gruppenstunde Medienabhängigkeit

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