Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt

Peer-Education als Handlungsansatz zur Suchtprävention

Viele Jugendliche meinen, dass das Experimentieren mit Suchtmitteln zum Prozess des Erwachsenwerdens dazugehört. Und nicht jeder, der einmal probiert, ist gleich suchtgefährdet. Aber immer mehr Kinder und Jugendliche greifen immer früher und regelmäßiger zu Alkohol und illegalen Drogen.

Doch was können wir vorbeugend tun? Wie erreichen wir die Jugendlichen von heute?

Suchtprävention ist dann am wirkungsvollsten, wenn Kinder und Jugendliche aktiv gefordert werden, wenn ihre Neugier gezielt angesprochen wird und ihre Meinungen ernst genommen werden. Aus diesen Gründen sind unsere präventiven Maßnahmen interessant und spannend gestaltet und - sie machen Spaß. Ein erfolgreiches Beispiel, das aufzeigt, dass Prävention Spaß machen kann, sind unsere Adventure Camps. Eingebunden in erlebnispädagogische Elemente werden Jugendliche spielerisch für die Themen Sucht und Drogen sensibilisiert. Dieses Peer-Education-Programm vermittelt den Jugendlichen viele alternative Handlungsmöglichkeiten und lässt sie ihren Konsum reflektieren

Erlebnispädagogik und erfahrungsorientiertes Lernen

Erlebnispädagogische Maßnahmen haben eine präventive Wirkung. Mit unseren Adventure Camps fördern wir Erlebnis, Abenteuer und Kreativität sowie Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit. Abseits von Schule und Alltagstrott bieten wir ein Umfeld, das es Jugendlichen ermöglicht, ihre Grenzen auszutesten. Durch das gemeinsame Erproben und Erleben der eigenen Leistungsfähigkeit lassen sich Jugendliche begeistern. Im Team erlernen sie Sozialkompetenz. Die erlebnispädagogischen Elemente ermöglichen jedem Jugendlichen seine (körperlichen) Grundfähigkeiten und Grenzen zu erfahren. Oft gelangen sie dabei zu der Feststellung, dass sie mehr zu leisten in der Lage sind, als sie bisher gedacht haben, dass sich ihre Grenzen verschieben. Im Laufe eines Camps erstreckt sich diese positive Feststellung aufgrund der anderen Aktivitäten nicht nur auf die rein körperliche Ebene, sondern auch auf die gesamte Persönlichkeit der Jugendlichen.

Ziele der Erlebnispädagogik:

  • Persönlichkeitsentwicklung durch Förderung der Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit, Klärung von Zielen und Bedürfnissen, Entwicklung von Eigeninitiative, Spontaneität, Kreativität und nicht zuletzt Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl etc.
  • Soziale Kompetenz durch Förderung der Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit etc.

Interaktionsspiele

Spielformen, die ihre Anwendung in der Erlebnispädagogik finden, sind z. B. Interaktionsspiele wie „konstruktive Lernprojekte", „kooperative Abenteuerspiele", „Outdoor-Spiele" etc. Der Begriff „Interaktion" bezeichnet das wechselseitige, aufeinander bezogene Handeln von Individuen in Gruppen. Ziel der Interaktionsspiele ist es, zwischenmenschliches Verhalten zu verbessern.

Die durchgeführten Spiele bzw. Übungen haben pädagogischen Charakter: Ihr Zweck ist nicht die Unterhaltung und die Entspannung allein, sondern auch die Förderung bestimmter Verhaltensweisen. Insofern sind es ernste Spiele“, auch wenn dabei gelacht oder getobt wird, haben sie eine erzieherische Dimension.

Die Interaktionsspiele ermöglichen es dem Einzelnen, sowohl sein eigenes Wahrnehmungsverhalten, als auch seine sich selbst gesetzten Grenzen und Möglichkeiten zu überprüfen, zu reflektieren und gegebenenfalls zu erweitern. Die Jugendlichen lernen im Team, dass es Spaß macht zusammenzuarbeiten, und dass der Erfolg einer Aktivität von einer guten Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen abhängt. Ebenso können Vorurteile gegen Teammitglieder abgebaut werden, da sich die Persönlichkeit und Kompetenz des Einzelnen oft schon in Interaktionsspielen festmachen lässt.

Peer-Education als Handlungsansatz zur Suchtprävention

Den großen Einfluss, den Jugendliche im Sozialisationsprozess aufeinander ausüben, machen sich in der Prävention sogenannte Peer-Involvement-Ansätze zunutze. Über Mitglieder der Peergroup werden untereinander gesundheitsfördernde Botschaften weitervermittelt. Wörtlich übersetzt beschreibt Peer-Involvement die Beteiligung Gleichgesinnter sowie das persönliche Engagement von Personen für Personen in ähnlicher Situation.

Bei den Peer-Involvement-Ansätzen handelt es sich immer um personalkommunikative Ansätze, die in einer bestimmten Zielgruppe durch Angehörige dieser Zielgruppe durchgeführt werden. Das heißt, die Multiplikatoren oder Mediatoren für bestimmte Themen und Inhalte sind im gewissen Sinne „gleich" mit den Adressaten, an die die Botschaften herangetragen werden sollen.

  • Peer-Counseling: einzelne Multiplikatoren arbeiten mit einzelnen Adressaten
  • Peer-Education: einzelne Multiplikatoren arbeiten mit Gruppen von Adressaten
  • Peer-Projekte: Gruppen von Multiplikatoren arbeiten für Gruppen von Adressaten

Der mittlerweile bekannteste Ansatz ist der der Peer-Education. Hierzu zählen auch unsere Adventure Camps, die folgende grundlegende Qualitätsansprüche an Peer-Education-Projekte berücksichtigen:

  • die Jugendlichen müssen an Peer-Aktivitäten freiwillig teilnehmen können
  • die Maßnahmen finden unter Ausschluss von Alkohol, Tabak und Drogen statt
  • die jugendlichen Peers sollten nicht als Trendsetter, sondern als alltagstreue Rollenmodelle verstanden werden
  • die jugendlichen Peers haben nicht die Aufgabe, Mitglieder ihrer Gruppe von Normen und Werten der Erwachsenenwelt zu überzeugen
  • die jugendlichen Peers sollten die Möglichkeiten haben, das zu vermitteln, was sie für ihr eigenes Leben als aufregend und interessant empfinden
  • die Unterstützung jugendlicher Peers durch Erwachsene ist essentiel


Die Wirksamkeit der Peer-Education und die höhere Effizienz - da hier Jugendliche als Partner und nicht nur als reine Adressaten der Prävention anerkannt werden - werden durch verschiedene wissenschaftliche Studien belegt: In sechs von sieben Studien, die Effekte auf Wissen und Einstellungen evaluieren, hatten Peers mehr Erfolg als Erwachsene. In sieben von elf Studien, die Verhalten erhoben, waren Peers effektiver bei der Beeinflussung gesundheitlich relevanten Verhaltens.

Gezielt werden in unseren Adventure Camps eigens für diese Aufgabe in unserem Leadership Camp geschulte Jugendliche eingesetzt, um eine Gruppe Gleichaltriger über unsere Themen zu informieren. Denn mit Beginn der Pubertät tauschen Jugendliche ihre Meinungen und Erfahrungen gerade zu „heiklen" und „heißen" Themen lieber mit anderen Gleichaltrigen (Peers) aus. Neben der reinen Wissensvermittlung werden auch Einstellungen, Verhaltensweisen, Werte und soziale Normen von den Peerleadern reflektiert und so das Konsumverhalten von Alkohol, Tabak und illegalen Rauschmitteln in der Zielgruppe positiv beeinflusst.

"Ich hatte im Camp voll viel Spaß und hab mich nicht gelangweilt, also geht das auch ohne Alkohol und Drogen. Ich bin total froh, dass ich mitgefahren bin, ich hätte sonst echt was verpasst!!!" (Teilnehmerin 14 Jahre)

"Man kann 1.000.000 Sachen machen, für die man keinen Alkohol und keine Drogen braucht, um Spaß zu haben!" (Teilnehmerin 12 Jahre)

"Man kann auch ohne Drogen Spaß haben. Ich finde, viel zu viele Jugendliche machen nur aus Gruppenzwang mit." (Teilnehmerin 13 Jahre)

Leadership Camp

Aus den jährlich 300 Teilnehmern der Adventure Camps wählen wir bis zu 25 Jugendliche aus, die wir zu unserem weiterführenden Leadership Camp einladen. Die Auswahl der Peerleader ist bei unseren Adventure Camps ein Projekt im Projekt.
Im Leadership Camp werden die Jugendlichen durch Vorträge, Workshops und Gruppenarbeiten geschult und sind als Peerleader („Junior-Teamer") bei den darauf folgenden Adventure Camps dabei. Die Partizipation der teilnehmenden Jugendlichen findet dabei Eingang in fast alle Ebenen der Programmrealisierung (Zielsetzung, Programmentwicklung, -durchführung und -evaluation) und ist somit ein weiteres Schlüsselelement von unserem Ansatz der Peer-Education. Das von uns durchgeführte Leadership Camp deckt inhaltlich die drei folgenden Themenbereiche ab:

  • Wissen zu Sucht und Suchtvorbeugung: Hintergründe und Argumentationen zum Themenbereich Suchtvorbeugung werden vermittelt. Dabei soll das persönliche Verständnis gefördert werden.
  • Kommunikation/Umgang mit Konflikten und Krisen: Die Jugendlichen lernen, Gruppendiskussionen zu führen und zu moderieren sowie mit Konflikten und Krisen umzugehen. Die Grundlage dafür ist ein selbstsicheres Auftreten, das nur auf der Basis eines guten Selbstwertgefühls geschehen kann.
  • Persönliche Entwicklung: Die Teilnehmer des Leadership Camps lernen, sich selbst und andere besser zu verstehen und werden in ihren sozialen Fertigkeiten gestärkt. In unseren Peer-Schulungen zur Prävention geht es besonders um das Verständnis für die Unterscheidung von Genuss, rauschhaften Erleben und Sucht (-entwicklung).

Die Rolle der Betreuer und Präventionsfachkräfte

Das Wohlbefinden und die Sicherheit unserer elf- bis 15-jährigen Teilnehmer sowie die Arbeit in der Peer-Education erfordern von Seiten der Betreuer/innen und der Präventionsfachkräfte besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Zusammen mit unserem Kooperationspartner, dem Jugend-Reiseveranstalter „Camp Adventure", der seit 2002 die positiven Aspekte von deutschen Ferienlagern mit denen kanadischer Sommer Camps verbindet, achten wir bei der Auswahl der Betreuer/innen besonders auf eine fundierte Ausbildung und vielfältige Praxiserfahrung. Die Betreuer/innen verfügen über:

  • besondere Fähigkeiten im Bereich Gruppendynamik
  • Fantasie und Humor
  • Kommunikations- und Moderationsfähigkeit
  • Bereitschaft zur Reflexion der eigenen Lebensart und zur Vermittlung eigener Erfahrungen
  • Mobilität und Flexibilität
  • Konfliktmanagement
  • Fachwissen

Da Jugendliche ihre Einstellungen und Verhaltensmuster vor allem über Beobachtungen herausbilden, kommt auch den Betreuer/innen in der Suchtprävention eine besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grund führen wir zusätzlich „Train the Trainers"-Seminare für die Betreuer/innen durch. Darüber hinaus haben wir positive Erfahrungen gemacht, wenn jeweils eine Präventionsfachkraft und ein Praktiker aus der Jugendarbeit als Trainer für die Peers fungieren.

Zielsetzung und Wirksamkeit

Wie vorab dargestellt, tragen Peergroups wesentlich zur Herausbildung jugendlicher Identität bei, vermitteln Identifikationsmöglichkeiten und helfen beim Kennenlernen von Lebensstilen. Die vorhandenen entwicklungspsychologischen Erkenntnisse legen nahe, dass die besondere Funktion, die den Gleichaltrigen in der Adoleszenz zukommt, dahingehend genutzt werden kann, Einstellungen und Verhaltensweisen der Jugendlichen durch andere ausgebildete Jugendliche positiv für unser Anliegen der Gesundheitsförderung zu beeinflussen - und zwar im Sinne von:

  • einer Zunahme im Bereich Wissen, Konfliktfähigkeit und Selbstsicherheit
  • der Förderung von Gesprächen mit Gleichaltrigen über Sucht und Drogen
  • dem Wachsen eines kritischen Bewusstseins im Sinne „Genuss versus Sucht"
  • die (kritische) Reflexion des eigenen Konsumverhaltens und die individuelle Risikoeinschätzung
  • Erlernen sozialer Kompetenz durch Förderung der Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • einer positiven Persönlichkeitsentwicklung durch Förderung der Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit, Klärung von Zielen und Bedürfnissen, Entwicklung von Eigeninitiative, Spontaneität, Kreativität und nicht zuletzt Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

Natürlich sind grundsätzliche Einstellungs- und Verhaltensänderungen, wie bei anderen Ansätzen auch, über den kurzen Zeitraum schwierig nachzuweisen. Wir definieren die Wirksamkeit unseres Handlungsansatzes schon als die Förderung von Ablehnverhalten sowie die Verzögerung oder Reduktion des Konsumverhaltens von Alkohol, Tabak, Cannabis und anderen illegalen Drogen. Und unser Handlungsansatz der Peer-Education zur Suchtprävention zeigt Wirkung:

Fast 54 Prozent unserer jugendlichen Teilnehmer geben an, dass die Teilnahme an den Adventure Camps bei ihnen zu einer kritischeren Einstellung gegenüber Alkohol, Tabak und illegalen Drogen geführt hat!
Gemeinsam können wir viel verändern!

Wir sind der Meinung, Vorbeugen heißt in erster Linie etwas zu fördern: nämlich Neugierde, Kreativität und den Spaß an der Bewegung bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt gegen Drogen keine einfachen Rezepte. In der Prävention gehen wir mit unseren Adventure Camps erfolgreich neue Wege. Gehen Sie mit - wir brauchen Ihre Unterstützung.


"Toll, dass Sie im Rahmen der Drogenprävention den Kindern und Jugendlichen ein solches Erlebnis ermöglichen!" (Mutter eines Camp-Teilnehmers)

"Zuhause hatten die Kids noch Gesprächsstoff für viele Tage, womit sie den Rest der Klasse natürlich neugierig machten. Beim nächsten Mal sind wir gerne wieder dabei. Ein super Erfolg!" (Elternsprecherin einer 7. Schulklasse)

"Mein Sohn hat sehr viel Spaß beim Adventure Camp gehabt und für seinen weiteren Lebensweg ein Stück dazugelernt. Ich wünsche Ihnen und den Kindern bei den folgenden Camps viel Freude und Erfolg." (Vater eines Camp-Teilnehmers)

 

Um unsere Präventionsmaßnahmen langfristig und nachhaltig auszurichten und möglichst vielen Kindern und Jugendlichen ein positives Erlebnis bieten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende. Als Investition in die Zukunft.

Referenzen

Zur Umsetzung innovativer Präventionsprojekte wie unserer Adventure und Leadership Camps brauchen wir Ihre Unterstützung!

Spendenkonto

IBAN: DE03 7002 0270 6406 6666 60
BIC: HYVEDEMMXXX

UniCredit Bank AG -
HypoVereinsbank