Artikel, Studien und vieles mehr

Studie zu Gründen für das Rauschtrinken von Jugendlichen

Eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie, die von der Uni Tübingen in Kooperation mit dem Genderforschorschungs-Institut tifs durchgeführt wurde, zeigt, dass Jugendliche überwiegend aus "Spaßgründen" trinken, sich aber auch Hinweise auf den Konsum von Alkohol zur Stress- und Problembewältigung finden lassen.

Auffällig - laut Studienergebnisse - sind das frühe Einstiegsalter, die hohe Trinkfrequenz von großen Mengen meist hochprozentigen Alkohols und die daraus resultierende starke Toleranzentwicklung. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass das Verhalten der Eltern für die Jugendlichen eine große Bedeutung hat - viele Jugendliche erwarten hier klare Grenzen und Regeln. Auch könnte die Schule noch stärker für Präventionsansätze genutzt werden.

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Alkoholwerbung beeinflusst Trinkverhalten von Jugendlichen

DAK-Studie zeigt: je mehr Alkoholwerbung Jugendliche sehen, desto mehr Alkohol trinken sie. Befragt wurden 3.400 Schüler(innen) im Alter von 10 bis 17 Jahren.

Alkoholwerbung setzt auf coole Musik und Typen, Lifestyle und Action. Die von der Werbung vermittelten Ideale wie Freundschaft, soziale Akzeptanz, Freiheit und Spaß, die im jugendlichen Alter einen hohen Stellenwert besitzen, werden mit Alkoholkonsum verknüpft. Mit offensichtlichem Erfolg: Lediglich 1,5 Prozent der befragten Schüler(innen) gab an, noch nie Alkoholwerbung gesehen zu haben. Ein Ergebnis der Studie: Die Gruppe mit dem höchsten Werbekontakt konsumiert doppelt so oft exzessiv Alkohol wie die mit dem niedrigsten Werbekontakt.

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BZgA-Studie: "Drogenaffinität Jugendlicher 2008"

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat soeben ihre aktuelle Repräsentativerhebung zur "Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2008" unter jungen Menschen im Alter von 12-25 Jahren vorgelegt.

Demnach ist der Raucheranteil bei den Minderjährigen auf den niedrigsten Stand seit 1979 gesunken. Auch der Cannabiskonsum ist seit 2004 rückläufig. Der problematische Alkoholkonsum, insbesondere das exzessive Rauschtrinken (Binge-Drinking), ist noch immer stark verbreitet.

Die aktuellen Zahlen sprechen eindeutig dafür, dass auf Nachhaltigkeit angelegte langfristige Präventionskonzepte durchaus etwas bewirken können, indem sie sich positiv auf das Bewusstesein Jugendlicher auswirken.

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Umfangreiche Bibliothek im Internet

Wir möchten hier alle Interessierten auf die umfangreiche Bibliothek der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren hinweisen. Eine aktualisierte Liste zur Fachliteratur kann auch online eingesehen werden.

Quelle: DHS-Newsletter vom 20-08

Werbung beeinflusst Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) weist auf einen Zusammenhang von Alkoholwerbung und Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen hin. Experimentelle Studien zeigen, dass Alkoholwerbung bei Jugendlichen zu einer positiveren Einschätzung zu Alkoholkonsum als auch zu den Trinkmengen führt.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag 2006 das Durchschnittsalter des ersten Alkoholkonsums Jugendlicher bei 13,2 Jahren und das des ersten Alkoholrausches mit 13,9 Jahren nur unwesentlich höher.

Besonders bei der Einführung der "Alkopops" sprach Industrie und Werbung ganz offensiv jugendliche Lebenswelten und Images an. Hinzu kam, dass bei diesen Mixgetränken aus Fruchtsäften und viel Zucker die beigemengten Spirituosen nicht mehr herauszuschmecken waren. Dies hatte großen Einfluss auf den Alkoholkonsum: Kinder und Jugendliche und besonders weibliche Teenager konsumierten erhebliche Mengen an Alkopops.

Obwohl die Alkopops seit der Einführung der Sondersteuer weitgehend vom Markt verschwunden sind, hatten sie großen Einfluss auf den heutigen Alkoholkonsum der jetzt 18- bis 24-Jährigen. Diese sogenannte "Alkopopgeneration" zeichnet sich durch eine hohe Alkoholaffinität aus, was sich unter anderem auch in den hohen Quoten beim Rauschtrinken (oder auch "Binge Drinking, "Komasaufen") niederschlägt.

Laut DHS ist eine effektive Regulierung von Alkoholwerbung dringend erforderlich. Sie kann aber nicht das einzige Mittel zur Reduzierung alkoholbedingter gesundheitlicher Schäden. Weiterhin gehören die Preisgestaltung und die Verfügbarkeit von Alkohol dazu.

 

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Alarmierende Zahlen zum "Komasaufen" von Jugendlichen

Die jüngste Entwicklung zum sogenannten "Komasaufen" von Jugendlichen wird für die gesetzlichen Krankenversicherungen immer mehr zu einem Problem. Laut einer Sprecherin der Techniker Krankenkasse verbleibt ein volltrunkener Jugendlicher im Durchschnitt 1,2 Tage in einer Klinik und verursacht Kosten in Höhe von über 500 Euro.

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 1822 TK-Versicherte unter 20 Jahren volltrunken in eine Klinik eingeliefert - mehr als doppelt so viele wie noch 2003. Die Kosten für die Behandlung stiegen für die TK-Versicherung auf mehr als 980.000 Euro pro Jahr.

Insgesamt wurden 2006 fast 19.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung in Deutschlands Kliniken behandelt. Das ergibt hochgerechnet jährliche Behandlungskosten von fast 10 Mio. Euro!

Quelle: AFP

Drogen- und Suchtbericht 2008

Der Drogen- und Suchtbericht 2008 zeigt, dass vor allem der exzessive Alkoholkonsum unter Jugendlichen stark zugenommen hat. Insbesondere das sogenannte "Binge Drinking", d. h. der Konsum von fünf oder mehr alkoholhaltigen Getränken hintereinander, bereitet den Experten Sorge.

Während die 12 bis 17-Jährigen 2005 noch 34 g reinen Alkohol pro Woche zu sich nahmen, waren es 2007 schon 50 g. abei ist der Anstieg des Alkoholkonsums bei den 16- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen besonders auffällig. Die durchschnittliche wöchentliche Trinkmenge bei dieser Zielgruppe lag im Jahr 2004 bei 127 Gramm, sank im Jahr 2005 auf 108 Gramm und liegt im Jahr 2007 bei etwa 150 Gramm reinem Alkohol. Dies entspricht umgerechnet rund zwei Gläsern alkoholischer Getränke an jedem Tag in der Woche.

Weiter erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: "Sucht- und Drogenkonsum betreffen keine kleine Randgruppe der Gesellschaft. Auch wenn es in manchen Bereichen, wie beim Tabak- und Cannabiskonsum erfreuliche Rückgänge gibt, missbräuchlicher Konsum und Sucht betreffen immer noch eine große Zahl von Menschen. Wir dürfen nicht nachlassen, uns weiter gegen Missbrauch und Sucht einzusetzen (...)".

 

Quelle: Pressemitteilung Bundesdrogenbeauftragte und BZgA

Mehr zum Drogen- und Suchtbericht 2008

Zu viel fernsehen schadet Kindern

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) warnt vor den negativen Folgen übermäßigen Medienkonsums. Studienergebnisse zeigen, dass die Schulleistungen von Kindern, die viel fernsehen und oft am Computer spielen, im Durchschnitt schlechter sind als die ihrer Mitschüler.

Starker Medienkonsum von Kindern wirkt sich negativ auf deren Schulleistungen aus. Vor allem Jungen, Migranten und Kinder aus (bildungs-)armen Familien seien davon betroffen. In ihren Kinderzimmern gebe es relativ häufig eigene Fernseher, Spielkonsolen und Computerspiele. "Zu viel Medienkonsum macht dick, krank, traurig und vielleicht auch aggressiv", so der Institutsleiter Christian Pfeiffer. Umfangreiche Befragungen von 5.500 Viertklässlern und 17.000 Neuntklässlern zeigen demnach, dass die Schulnoten umso schlechter ausfallen, je mehr Zeit die Kinder mit Medien verbringen und je brutaler die konsumierten Inhalte sind. Eine gravierende Folge von zu viel und zu frühem Medienkonsum ist mittlerweile auch die wachsende Computerspielabhängigkeit von Jungen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfiehlt für Kinder unter drei Jahren kein fernsehen, für Drei- bis Fünfjährige maximal eine halbe Stunde und für Grundschüler maximal eine Stunde täglich. Denn wer zu viel Zeit vor dem Fernseher oder Computer hängt, kann vieles andere nicht machen. Eine aktive Freizeitgestaltung aber fördert kulturelles und soziales Lernen und hat großen Einfluss auf die weitere Entwicklung junger Menschen.

Runter vom Sofa ... und rein ins Abenteuer

Sinkendes Einstiegsalter bei Alkohol- und Cannabiskonsum

Das Einstiegsalter beim Alkohol- und Cannabiskonsum ist in den vergangenen Jahren so weit zurückgegangen, dass ins besondere beim Alkohol schon Kinder zu den regelmäßigen Konsumenten zählen.
Während Anfang der 70er Jahre Jugendliche erst mit 15 Jahren das erste Mal zur Flasche griffen, ist das Durchschnittsalter im Jahr 2007 auf 13 Jahre abgesunken. Ein Jahr später mit 14 Jahren hat der Durchschnittsjugendliche dann schon seinen ersten Alkoholrausch hinter sich. Laut Statistischem Bundesamt mussten im Jahr 2005 deutschlandweit an die 20.000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren wegen einer „akuten Alkoholintoxikation“ im Krankenhaus behandelt werden. Der Anstieg der Alkoholvergiftungen zum Vergleichsjahr 2000 (9.500 Alkoholvergiftungen) ist mit über 100 Prozent extrem, ins besondere bei 10- bis 15-jährigen Mädchen kam es zu einem deutlichen Anstieg. Hierbei handelt es sich jedoch um offizielle Zahlen, die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Alkoholvergiftungen dürfte weitaus höher liegen.
Alarmiert von derartigen Auswüchsen bemühen sich die Kommunen um Gegenmaßnahmen. So etwa in Freiburg, wo der Alkoholkonsum auf offener Straße am Freitag und am Wochenende zwischen 22 und sechs Uhr verboten ist. Der Gemeinderat verspricht sich durch diese Maßnahme einen deutlichen Rückgang der Gewalttaten, die zur Hälfte unter Alkoholeinfluss verübt werden. In Magdeburg trat Anfang Februar eine vergleichbare Regelung in Kraft, weitere Städte wollen diesem Beispiel folgen. Einige Berliner Bezirke erwägen bereits ein Alkoholverbot auf Spielplätzen.

Auch beim Cannabiskonsum sinkt das durchschnittliche Einstiegsalter stetig und liegt heute bei 14 bis 15 Jahren. Etwa fünf Prozent der Jugendlichen sei abhängig von Haschisch oder Marihuana, so Prof. Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Um die ständig wachsende Cannabisnachfrage zu befriedigen, werden in Deutschland immer mehr illegale Cannabisplantagen in Lagerhallen und Gewächshäusern angelegt.

Erst jüngst wurden bei einer bundesweiten Razzia 76 Plantagen mit über 5.500 Cannabispflanzen aufgespürt und beschlagnahmt. Insbesondere auf den großen Plantagen werden Pflanzen mit einem sehr hohen Gehalt des rauscherzeugenden Stoffes Tetrahydrocannabinol (THC) gezüchtet, dessen negative gesundheitliche Auswirkungen stark unterschätzt werden: Der Rauch eines Joints ist so krebserregend wie 20 Zigaretten.

Süddeutsche Zeitung 29./30. Januar 2008

Rückgang von Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, spricht anlässlich der Vorstellung der Jahresberichte zur Drogensituation in Deutschland und Europa von einem Rückgang des Cannabiskonsums bei Jugendlichen.

„Nur noch 13% der 14-17-jährigen haben 2007 zumindest einmal Haschisch oder Marihuana probiert. 2004 waren das noch 22% in dieser Altersgruppe. Auffällig ist dagegen, dass sich die Zahlen der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis wenig verändert haben. In der Altersgruppe der 14-17-jährigen liegt der Anteil aktuell bei 3.3%, bei den 18-64-jährigen bei 2,2%", so Sabine Bätzing.

Bätzing verweist in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Beratungs- und Behandlungsprogramme wie „realize it!", „Candis" oder „Incant", die von der Bundesregierung gefördert werden und sich vor allem an junge Erwachsene mit Cannabisproblemen richten. Besonders erfolgreich ist das internetbasierte Ausstiegsprogramm „quit the shit" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) auf www.drugcom.de. Konsumenten erhalten hier die Chance, mit Hilfe eines von Fachkräften kommentierten Internet-Tagebuchs ihren Cannabiskonsum innerhalb von 50 Tagen zu reduzieren.

Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung

Anlässlich der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: "Die Eindämmung des Drogen- und Suchtproblems bleibt eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. (...) Kontinuierliche Aufklärung muss die Gefahren jeglichen Suchtmittelkonsums aufzeigen."

Vor allem die Verharmlosung der sog. Alltagsdrogen macht immer noch Sorgen. So gelten beispielsweise 1,6 Millionen Menschen als alkoholabhängig und in etwa genauso viele Menschen praktizieren in Deutschland einen missbräuchlichen Alkoholkonsum. Gerade die Problematik des Rauschtrinkens bei Jugendlichen macht deutlich, wie wichtig präventive Maßnahmen - am besten schon in der Familie - sind.

Doch warum konsumieren immer mehr Menschen immer häufiger Suchtmittel? Laut Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), spiegelt sich im fast selbstverständlichen Konsum von Zigaretten, Alkohol und Medikamenten der permanente Leistungsdruck in der Gesellschaft wider. Im Konsum suche viele Menschen eine (scheinbare) Entlastung vom stressigen Alltag.

Aktualisierte Literaturliste der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren hat ihre Literaturliste wieder aktualisiert. Die umfangreiche Literatur der Bibliothek können Sie auch online anschauen.