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Archiv

Internet-Portal zum Thema "Gewalt in der Schule"

Schüler werden bei Messerattacken verletzt, Lehrer bedroht und geschlagen - Gewalt gehört heute zum Alltag an vielen Schulen. Streitigkeiten werden nicht selten mit erschreckender Brutalität ausgetragen. Die Suche nach Ursachen und Präventivmaßnahmen beschäftigt weite Teile der Gesellschaft. Das Informationszentrum Sozialwissenschaften (IZ) in Bonn hat das Thema "Gewalt in der Schule" aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet und eine Linksammlung dazu zusammengestellt.

Das Internetportal "Gewalt in der Schule - Bestandsaufnahme im Jahr 2006" der Reihe sowiPlus liefert in acht Kapiteln allgemeine und aktuelle Informationen sowie Links zum Thema. Zudem ist eine aktuelle Literatur- und Forschungsdokumentation in das Portal integriert. Es ist kostenlos verfügbar unter: www.gesis.org und beschäftigt sich mit folgenden Themen zu Gewalt in der Schule:

  • Ursachen, Gründe, Motive
  • Formen der Gewalt im schulischen Alltag
  • Von Mediengewalt zu realer Gewalt?
  • Extreme Gewaltanwendung: Waffen
  • Prävention und Initiativen gegen Gewalt
  • Integration und Migration
  • Neue Ansätze in der Bildungspolitik
  • Neue Ansätze der Familienpolitik

Weitere Informationsdienste im Internet
Bereits zweimal hat das IZ einen sowiPlus zum Thema "Gewalt in der Schule" veröffentlicht: nach dem Massaker an der High School in Littleton, Colorado, am 20. April 1999 und nach dem Amoklauf in Erfurt im April 2002. Diese und weitere Informationsdienste, die unregelmäßig aus aktuellem Anlass erscheinen, zum Beispiel "Der Balkan: zwischen Krieg und Stabilisierung" oder "Osterweiterung der Europäischen Union", sind kostenlos zugänglich unter: www.gesis.org/Information/SowiNet/index.htm .

Wer oder was ist das Informationszentrum Sozialwissenschaften?
Das Informationszentrum Sozialwissenschaften (IZ) gehört zur Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen e.V. (GESIS) und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zentrale Aufgabe des IZ sind die Dokumentation und die Vermittlung von Informationen zum Stand der Forschung und zur Literatur in den Sozialwissenschaften.
Die Datenbanken des IZ enthalten Beschreibungen von etwa 42.000 Forschungsprojekten der vergangenen zehn Jahre (Datenbank FORIS) und rund 335.000 sozialwissenschaftliche Veröffentlichungen (Datenbank SOLIS) aus den deutschsprachigen Ländern. Sie sind die Basis für 27 regelmäßig erscheinende, kostenpflichtige Fachinformationsdienste. Mehr Informationen unter: www.gesis.org/iz

Quelle: WissensSchule-Newsletter vom 09.08.2006

Weiter zur Forschungsdokumentation „Gewalt in der Schule – Bestandsaufnahme im Jahr 2006“:

Rauchverbot in der Gastronomie muss nicht zu Umsatzeinbußen führen

Die Befürchtung, dass ein generelles Rauchverbot zu einem Kneipensterben, Jobverlusten und einer Pleitewelle in der deutschen Gastronomie führen könnte, sehen Experten nicht als realistisch an, schreibt die SZ. Das belegen Erfahrungen und Zahlen aus dem Ausland:

Beispiel USA - hier hat man genaue Zahlen über die Umsatzentwicklung in der rauchfreien Gastronomie. Kalifornien hat 1995 das Rauchen in Restaurants und 1998 in Bars verboten. Laut Zahlen der Finanzämter sind "die Umsätze in beiden Branchensegmenten nach Inkrafttreten des Rauchverbots gestiegen und nicht gesunken". Zu diesem Befund kam die Langzeitstudie von David Cowling und Philip Bond, die 2005 in der Fachzeitschrift "Health Economics" veröffentlicht wurde. Cowling und Bond führen das Umsatzplus darauf zurück, "dass sich mehr Gäste länger als zuvor in den rauchfreien Kneipen aufhalten", berichtet die SZ.

Auch Daten aus New York bestätigen diese Entwicklung, denn 2003 war den Zigarettenkonsum in Bars und Restaurants untersagt worden. Mit dem Ergebnis, dass sich die Steuereinnahmen aus dem Gaststättenbereich New Yorks laut SZ im folgenden Jahr um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht hatten. Auch aus dem rauchfreien Europa wie Irland, Italien oder Norwegen gibt es bisher keine Hinweise, welche die Befürchtungen der Gastronomen bestätigen würden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 01.08.2006

Alkoholverbot für Fahranfänger ab 2007 in Planung

Fahranfänger müssen sich ab nächstem Jahr auf ein Alkoholverbot einstellen. In der zweijährigen Probezeit soll dann vor Fahrtantritt kein Alkohol mehr konsumiert werden dürfen. Die Bundesregierung plant die Null-Promille-Grenze. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei in Arbeit, so eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Begründung: der Anteil von Führerscheinneulingen unter den Verkehrstoten sei laut Statistischem Bundesamt besonders hoch. "Hier muss gegengesteuert werden" , sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dietrich Austermann.

Auch der ADAC und die deutsche Polizeigewerkschaft sprechen sich für diese Initiative des Bundesrats aus, denn bei Fahranfängern "kumuliere" der Alkohol mit der fehlenden Fahrpraxis, so Markus Schöpe, ADAC-Verkehrsjurist. Hinzu komme eine größere Risikobereitschaft bei den 18- bis 24-jährigen Fahranfängern wie zum Beispiel bei nächtlichen Fahrten über die Landstraße.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht das kritischer: Eine Regelung speziell für Fahranfänger lasse den Umkehrschluss zu, erfahrene Kraftfahrer könnten auch mit Alkohol sicher fahren. "Dies aber ist falsch", so der AvD. Für ein generelles Alkoholverbot am Steuer plädieren auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann und der Verkehrsclub Deutschland (VCD), berichtet die SZ.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.07.2006, Welt Kompakt vom 26.07.2006

 

Rauchen wird für Jugendliche immer unattraktiver - Neue Studie

Die aktuellste Wiederholungsbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergab, dass das Rauchen bei Jugendlichen nicht mehr so angesagt ist:

Im Jahr 2005 haben sich nur noch 26 Prozent der befragten 12- bis 19j-Jährigen als "ständige oder gelegentliche Raucher" eingestuft. Das ist laut BZgA der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen zum Rauchverhalten Jugendlicher im Jahr 1979.

Außerdem stieg der Anteil der Nie-Raucher in der Zeit von 2001 bis 2005 von 36 auf 45 Prozent - besonders bei den 12- bis 15-Jährigen. Die Abneigung gegen das Rauchen wird immer größer. Die Mehrheit der befragten jugendlichen Nichtraucher wolle "auch auf gar keinen Fall damit beginnen", berichtet die BZgA.

Wie lässt sich diese positive Entwicklung erklären? Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, führt den Trend zum Nichtrauchen vor allem auf gezielte Informationen, und Präventionsangebote sowie die 'rauchfrei'-Kampagne zurück. Diese Kampagne setzt - neben der Werbung in den Medien - auf Maßnahmen in der Schule und unterstützt Lehrer und Schüler auf dem Weg zur rauchfreien Schule. "Die jetzt vorliegenden positiven Ergebnisse bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen, das Rauchverhalten bei Jugendlichen - aber auch in der Erwachsenenbevölkerung - weiter zu senken", betont die BZgA-Direktorin.

Friedrich J. Wiebel, Bundesvorsitzender des ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit, nennt "Rauchverbote an Schulen äußerst wirkungsvoll", schreibt Welt Kompakt. Die Preiserhöhung von Zigaretten sei laut Wiebel die Hauptursache für den Rückgang, denn "Jugendliche reagieren auf den Preis viel sensibler als Erwachsene". Nötig seien seiner Ansicht nach aber auch Werbeverbote und der stärkere Schutz der Passivraucher.

Infos zur rauchfrei'-Kampagne:
www.rauch-frei.info für Jugendliche
www.rauchfrei-info.de für Erwachsene

Quelle: BZgA-Newsletter vom 25.07.2006, Welt Kompakt vom 26.07.2006

Comic vermittelt Forschungsergebnisse zur Alkoholabhängigkeit

Rainer Spanagel arbeitet im Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und ist Herausgeber der Zeitschrift "Addiction Biology". Im Editorial der Ausgabe 1/März 2006 sagt er, "dass es das Bemühen der Wissenschaft sein müsse, hochwissenschaftliche Zusammenhänge einfach und verständlich zu vermitteln".

Um diese Aussage in die Tat umzusetzen, hat er mit dem Cartoonisten Carles Sanchis-Segura eine Bildfolge von 8 Bildern entwickelt. Der Comic zeigt, wie sich Alkoholabhängigkeit entwickeln kann.

Den Comic finden Sie unter www.zi-mannheim.de/psychopharmakologie.html

Quelle: DHS-Newsletter 13-06 vom 26. Juni 2006

Alkoholtest im Internet

Das Psychologische Institut der Universität Münster bietet unter www.alkoweb.de neuerdings einen niedrigschwelligen Online-Service für alle an, die laut DHS eine "nüchterne" Bestandsaufnahme machen wollen. Wer die Fragen zum Alkoholkonsum beantwortet - was ungefähr ca. 5-7 Minuten dauern soll - bekommt umgehend eine Rückmeldung, "wie sich sein Alkoholkonsum in den durchschnittlichen Alkoholkonsum in der Bevölkerung einordnet".

Quelle: DHS-Newsletter 13-06 vom 26. Juni 2006

Weltdrogenbericht 2006: Der Kokainkonsum ist in Europa gestiegen - weltweit aber gesunken

In Europa sei der Konsum von Kokain deutlich angestiegen, berichtet die UNO. Weltweit wurde dagegen im Jahr 2005 weniger Kokain genommen.

Laut WELT KOMPAKT habe sich der Chef der UN-Behörde für Drogen und Kriminalität, Antonio Costa, über den gestiegenen Kokain-Verbrauch in Europa besorgt gezeigt: "Zu viele berufstätige, gebildete Europäer konsumieren Kokain und verleugnen ihre Abhängigkeit". Die Nachfrage nach Kokain bewege sich in Europa auf einem alarmierenden Niveau, lautet das Resümee von Costa. Deshalb appellierte er an die europäischen Behörden, diese Gefahr nicht zu unterschätzen sowie auch an die Presse: Die Medien würden den Drogenmissbrauch von Prominenten meistens unkritisch präsentieren, "was die jungen Menschen angreifbar macht".

Weltweit bleibe Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge, gefolgt von den synthetischen Drogen wie Ecstasy:

Etwa fünf Prozent (200 Millionen Menschen) der Weltbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren nahmen im Jahr 2004 mindestens einmal eine illegale Droge - davon am häufigsten Cannabis (162 Millionen Menschen).

Cannabis wird allgemein als weiche und harmlose Droge angesehen, obwohl die gesundheitsschädigende Wirkung zunehme. Daher warnt Costa: "Heutzutage entsprechen die schädlichen Eigenschaften von Cannabis jenen von anderen pflanzenbasierten Drogen wie Kokain und Heroin".

In Europa liegt die Zahl der Drogentoten laut UNO etwa bei 25 000 pro Jahr.

Am Weltdrogentag am 26. Juni berichtete auch das Europäische Drogenbeobachtungszentrum in Lissabon über die immer beliebter werdenden halluzinogenen Pilze, schlug Alarm und warnte besonders im Hinblick auf junge Konsumenten. Demnach haben etwa 6.4 Prozent aller 15 bis 24-jährigen Deutschen bereits einmal in ihrem Leben Rauschpilze genommen.

Quelle: Welt Kompakt vom 27.06.2006, Seite 1+ 6

Rauchverbot an Hamburger Schulen reduzierte Zahl der Neukonsumenten

Seit an Hamburger Schulen das Rauchen verboten wurde, beginnen besonders jüngere Schüler "deutlich seltener" mit dem Tabakkonsum, berichtet die SZ. So habe sich die Zahl der 14- bis 15-jährigen Neukonsumenten von Zigaretten praktisch halbiert, stellt Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig bei der Präsentation eines Berichts über den Drogenkonsum von Schülern fest.

Vor dem Rauchverbot nach den Sommerferien 2005 haben über 35 Prozent der 14- bis 15-Jährigen geraucht - danach nur noch 18,4 Prozent. Bei älteren Schülern, die schon länger rauchen war diese Wirkung allerdings nicht so deutlich. Laut Studie rauchen insgesamt mehr Mädchen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.06.2006

Cannabiskonsum von Jugendlichen:
Die Probierbereitschaft steigt, die Hemmschwelle sinkt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt bekannt, dass Jugendliche in Deutschland immer früher und stärker zur illegalen Droge Cannabis greifen. Das Einstiegsalter sei laut BZgA-Direktorin Elisabeth Pott signifikant gesunken, von 17,5 Jahren Mitte der 90er Jahre auf zuletzt 16,4 Jahre.

"Wer Erfahrungen mit Rauchen oder Alkohol gemacht hat, hat auch eine deutlich erhöhte Affinität für Cannabis", sagt die BZgA-Direktorin. So gehören illegale Drogen laut Pott inzwischen zu den alltäglichen Erfahrungen von Jugendlichen.

Die letzte repräsentative Untersuchung der BZgA von 2004 kam zu dem Ergebnis, dass 32 Prozent der 12- bis 25-Jährigen schon illegale Drogen - meistens Cannabis - konsumiert hatten. Im Langzeitvergleich ergebe das eine Verdoppelung. Laut Pott sei die Probierbereitschaft gestiegen und die Hemmschwelle gesunken. Dieser Trend zeichne sich europaweit ab.

Viele Jugendliche glauben offenbar, Cannabis sei nicht so schädlich wie Alkohol oder andere Drogen. Dabei vermindere es den Antrieb, mache passiv und sei besonders für junge Menschen problematisch. Bei intensivem Konsum bestehe jedoch die Gefahr, abhängig zu werden, betont Pott.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 22.06.2006

Deutsche Klage gegen das Tabakwerbeverbot von EU abgewiesen?

Die Bundesregierung hat in ihrem Kampf gegen das EU-weite Tabakwerbeverbot einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der EU-Generalanwalt schlug dem Europäischen Gerichtshof am Dienstag in Luxemburg vor, die deutsche Klage gegen das Werbeverbot abzuweisen, berichtet die W&V.

Quelle: Werben&Verkaufen-Newsletter vom 14.06.2006

Nichtraucherführer für Gaststätten

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) bietet aufgrund der Vereinbarung mit der Bundesregierung neuerdings ein Portal im Internet an, welches deutschlandweit Gaststätten auflistet, die mindestens 30 Prozent ihrer Plätze für Nichtraucher bereithalten.

Unter www.nichtraucherfuehrer.de kann sich in Zukunft jeder informieren, welche nichtraucherfreundlichen gastronomischen Locations er in seiner Stadt besuchen möchte. Dabei gelten die folgenden Regelungen:

Betroffen sind alle Betriebe, die regelmäßig Speisen anbieten, über 75 qm Gastfläche haben bzw. über 40 Sitzplätze anbieten.

Nicht Betroffen sind Betriebe, die lediglich Snacks wie Salz- und Feingebäck, Frikadellen oder belegte Brötchen anbieten. Reine Getränkelokale (kleine Kneipen, Bars und Diskotheken) fallen also nicht unter die Zielvereinbarung.

Folgende Stufen stehen zur Umsetzung an:

bis zum 1. März 2007 sollen mindestens 60 Prozent aller Speisebetriebe mindestens 40 Prozent ihres Platzangebotes,

bis zum 1. März 2008 sollen mindestens 90 Prozent aller Speisebetriebe mindestens 50 Prozent ihres Platzangebotes für Nichtraucher ausweisen.

Das Nichtraucherangebot ist am Eingangsbereich des Betriebes wie auch im Gastraum deutlich kenntlich zu machen. Die Zielvereinbarung Nichtraucherschutz wurde am 1. März 2005 zwischen dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA Bundesverband) und dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) abgeschlossen.

Quelle: DHS-Newsletter vom 01.06.2006 und www.nichtraucherfuehrer.de

Weiter zum Nichtraucherführer

Stärkere Cannabis-Züchtungen mit höherem Suchtpotenzial

Als so genannte weiche Droge wird Cannabis oft unterschätzt oder belächelt. Denn der Wirkstoff THC werde doch sogar als Medikament genutzt und könne daher doch gar nicht so schädlich sein, so die weit verbreitete Ansicht.

Aber schon die Cannabis-Sorten, die nicht hoch gezüchtet wurden, sind nicht so ungefährlich, wie mehrere Studien zeigen: Griechische Forscher fanden heraus, dass Cannabis das Gedächtnis schädige und laut einer Langzeitstudie aus Kanada die Intelligenz mindere. Außerdem steige das Risiko an Psychosen zu erkranken, berichtet die SZ.

Seit einigen Jahren werden in den Niederlanden - und vermehrt auch in Deutschland - Cannabis-Pflanzen mit höherem THC-Gehalt gezüchtet. Die Pflanzen werden so gekreuzt, dass immer stärkere Sorten entstehen.

Sozialpädagoge Schubert betreut Suchtkranke auch beim Entzug. Er hat beobachtet, dass die Konsumenten der stärkeren Cannabis-Sorten "heftige Räusche erleben", aber auch beim Entzug stärkere Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche und Schlafstörungen haben. So berichten Konsumenten von monatelangen Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten.

Hans Förstl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar warnt vor Sorten mit einem höheren THC-Gehalt, weil sie ein höheres Suchtpotenzial haben und schwieriger zu dosieren seien.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 04.05.2006

Weiter zur griechischen Cannabis-Studie

Das Präventionsprojekt „Papillo“ will Kinder gegen Suchtrisiken stärken

"Papillo" ist ein Projekt, das in Kindergärten einsetzt und dazu beitragen soll, "dass bei Kindern erst gar keine Verhaltensstörungen entstehen, die später zu Sucht und Gewalt führen können". Die Kinder sollen lernen, ihre eigenen Gefühle zu erkennen und sich in die Stimmungslage anderer Menschen zu versetzen.

Dabei helfen Marionetten der Augsburger Puppenkiste. Mit dem Spiel "meins - deinsdeins - unser" erleben Kinder im Spiel den Umgang mit sozialen Regeln. "Die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder sollen gestärkt werden", sagt die Projektleiterin Heidrun Mayer. Besonders die Erzieher und Erzieherinnen erfüllen eine zentrale Aufgabe bei "Papillo", denn sie können sich innerhalb von zwei Jahren in dem Programm schulen lassen, berichtet die SZ.

Entwickelt wurde es vom Augsburger "beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung". Bewährt hat es sich in einer Studie über einen Zeitraum von drei Jahren mit 700 Kindern, über 1200 Eltern und 100 Erzieherinnen und Erziehern. Unterstützt wird "Papillo" von Partnern aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik, dem bayerischen Gesundheitsministerium sowie den Universitäten Augsburg, Bremen und Berlin. "Papillo" geht jetzt für drei Jahre bundesweit in 100 Städte.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 08.03.2006

Neuer Drogen- und Suchtbericht 2006: Weniger Drogentote, aber mehr Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängige

Anfang Mai hat die Bundesregierung ihren neuen Drogen- und Suchtbericht veröffentlicht. Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der durch den Konsum illegaler Drogen verursachten Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um weitere vier Prozent gesunken ist und seit 1989 ihren niedrigsten Stand erreicht hat. Auch die Anzahl der polizeilich aufgefallenen Erstkonsumenten illegaler Drogen ist zurückgegangen.

Die schlechte Nachricht ist, dass der Cannabiskonsum von Jugendlichen weiter angestiegen und das Einstiegsalter in den letzten Jahren gesunken ist. Alarmierend sei das Ausmaß der Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und die daraus resultierenden gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Schäden, berichtet Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Es könne daher keine Entwarnung gegeben werden:

"Im Vergleich zu illegalen Drogen wiegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden, die durch den Konsum der so genannten legalen Suchtstoffe verursacht werden, ungleich schwerer. Wir gehen von über 110.000 tabakbedingten und über 40.000 alkoholbedingten Todesfällen pro Jahr in Deutschland aus, zwischen 1,5 und 1,9 Mio. Menschen gelten als medikamentenabhängig." Angesichts dieser Dimensionen sei es offensichtlich, dass das Thema Sucht jeden angehe - entweder als Betroffener oder als Angehöriger, betont Bätzing.

Ihre Aufgabe als Drogenbeauftragte sieht sie in der konsequenten Fortführung einer ausgewogenen Drogen- und Suchtpolitik, die sich auf die vier Blöcke Prävention, Therapie, Schadensbegrenzung und Repression stützt. Besonders wichtig ist es ihr, die Gesellschaft stärker für Suchtgefahren - wie zum Beispiel für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol - zu sensibilisieren.

Eine Schlüsselfunktion sieht Bätzing besonders in der Tabakprävention: Wer keine Zigaretten rauche, werde auch nicht so schnell zum Joint greifen. Es sei deshalb erfreulich, dass Rauchen bei Jugendlichen heute schon deutlich weniger 'angesagt' sei als noch vor einigen Jahren. Diesen Erfolg führt sie auf Präventions- und gesetzliche Maßnahmen, wie zum Beispiel das Abgabeverbot an Unter-16-Jährige, das Verbot der Kleinpackungen sowie die kostenlose Abgabe von Zigaretten zu Werbezwecken zurück.
Entscheidenden Anteil hatte auch die dreistufige Tabaksteuererhöhung. "Es hat sich klar gezeigt, dass der Tabakkonsum durch den Preis gesteuert werden kann", sagt Bätzing und verweist auf die Studie "Umsetzung, Akzeptanz und Auswirkungen der Tabaksteuererhöhung vom 1. September 2002". Diese Studie belegt, dass etwa sechs Prozent der Befragten nach der letzten Stufe der Tabaksteuererhöhung mit dem Rauchen aufgehört haben.

Den aktuellen Drogen- und Suchtbericht (Erscheinungsdatum: 3.5.2006) und die Studie zur Tabaksteuererhöhung finden Sie unter: www.drogenbeauftragte.de

Quelle: www.bmg.bund.de

Nachfrage bei Drogen- und Jugendhilfeeinrichtungen stark angestiegen

Im letzten Jahrzehnt ist die Anzahl der Cannabis-Konsumenten in Deutschland um mehr als 70 Prozent angestiegen, berichtet die Welt. Andreas Gantner, Diplompsychologe im Berliner "Therapieladen" gibt außerdem zu Bedenken, dass das Alkoholproblem zwei- bis dreimal so groß wie das Cannabisproblem sei. Wobei Alkohol auch zwei- bis dreimal soviel genutzt werde. Das Abhängigkeitspotenzial sei also ähnlich groß.

Parallel dazu nahm der Zulauf bei den Beratungsstellen in Drogen- und Jugendhilfeeinrichtungen in den letzten zehn Jahren enorm zu. "Wurden also weit überproportional viele Menschen zu Gewohnheitsnutzern mit starkem Konsum, die Suchtprobleme bekamen?", fragt Christian Thiel von der Welt.

In den letzten zehn Jahren ist Cannabis zur Alltagsdroge geworden. Man kann es in der Schule genauso leicht erhalten, wie eine Schachtel Zigaretten an der nächsten Ecke. Die Jugendlichen bekommen es im Freundeskreis. Von 25 Kindern in einer Klasse seien heute fünf bis sechs Kiffer, sagt Gantner.
So habe der Drogenkonsum von heute nichts mit den "gemütlichen Kifferrunden der siebziger Jahre" zu tun, denn die Hochrisikogruppe unter den Cannabis-Konsumenten verbringe pro Monat im Schnitt etwa 28 Tage im Rausch. Mit der stärkeren Verbreitung der Droge steige eben auch die Anzahl der Konsumenten, die Probleme bekommen.

Durch den frühen Einstieg der Jugendlichen in den Drogenkonsum entstehe "ein Teufelskreis aus Pubertätsproblemen, die durch Cannabis verstärkt werden". Denn 13- oder 14jährige haben es wesentlich schwerer, ihre altersgemäßen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen - wie zum Beispiel das Lernen oder die Liebe - wie 17- bis 18jährige Jugendliche.

Quelle: www.welt.de vom 11.04.2006

Cannabis bremst Gedächtnisleistung – Neue Studie aus Griechenland

Ein Team von Neurologen der Universitätsklinik Patras in Griechenland fand heraus, dass sich regelmäßiger und langfristiger Konsum von Cannabis negativ auf einige Bereiche des Gedächtnisses auswirkt (Neurology, Bd. 66, S. 737, 2006).

Die Neurologen hatten Patienten im Alter von 17 bis 49 Jahren, die mindestens viermal wöchentlich Haschisch oder Marihuana - über einen Zeitraum von mehr als zehn oder über fünf bis zehn Jahren - rauchten, untersucht.

Dabei kamen sie zu diesem Befund: Je länger die Testpersonen Cannabis geraucht hatten, desto schlechter war ihr Gedächtnis. So konnten diejenigen, die seit mehr als zehn Jahren Cannabis konsumiert hatten, im Schnitt nur sieben von 15 neuen Wörtern behalten, die übrigen Konsumenten nur neun. Eine Kontrollgruppe von Patienten, die gar keine Drogen nahmen, konnten sich dagegen mindestens 12 neue Wörter merken.

Außer der verminderten Gedächtnisleistung zeigte sich bei den Cannabiskonsumenten "eine deutliche Einschränkung aller Exekutiv-Funktionen: Sie reagierten langsamer und konnten auch schlechter Entscheidungen treffen als die Abstinenzler".

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 15.03.2006

Computer als Suchtmittel

Online-, Internet-, Computer- oder PC-Sucht - wie auch immer man es nennen mag, wird als Krankheit gesehen, die meistens mit anderen psychiatrischen Problemen, wie zum Beispiel Depressionen, einhergehe. "Diese Sucht ist das Symptom einer Störung, nicht ihre Ursache", warnt Oliver Seemann, Psychiater an der Universitätsklinik München.

Die Computer-Faszination wächst immer mehr: Inzwischen sind 65 Prozent aller erwachsenen Deutschen Internet-Nutzer. Viele Jugendliche verbringen den Großteil ihrer Freizeit vor dem PC, sie leben geradezu im vernetzten Computerspiel mit mehreren Mitspielern. Etwa 25 Prozent aller 10- bis 14-Jährigen machen täglich Computerspiele.

Experten sagen, süchtig mache der so genannte "Flow" - das Gefühl, alles würde fließen, Aufgaben können gelöst und Siege errungen werden. Die Vorstellung, damit aufzuhören, sei unerträglich.

Wer mindestens 35 Stunden pro Woche vor dem PC sitzt, kann sich als abhängig betrachten. So sieht es die Studie "Stress und Sucht im Internet" der Humboldt-Universität Berlin. Laut Seemann sprechen die folgenden klinischen Kriterien für eine Online-Sucht: Schuldgefühle, rauschähnliche Gefühle, Entzugserscheinungen, virtuelle Kontakte werden höher als reale bewertet, sozialer Rückzug und Probleme mit dem Partner und im Beruf.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 09.03.2006

Diskussion über Grenzwerte für Drogen im Straßenverkehr

In der Frage um Grenzwerte für Drogen im Straßenverkehr beschäftigte sich der Arbeitskreis "Drogen und Straßenverkehr - neue Entwicklungen" mit den Auswirkungen einer Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Demnach liegt bei Cannabis (Haschisch) erst ab einer Wirkstoffkonzentration ab 1.0 ng/ml THC eine Verkehrsordnungswidrigkeit vor.

Der ADAC spricht sich für die Klarstellung aus, "dass der Konsum illegaler Drogen mit einer Teilnahme im Straßenverkehr unvereinbar sei". Die Auseinandersetzung über die Schwellenwerte zum Konsumverhalten wurde wegen ihrer großen Bedeutung für die Verwaltungspraxis auf einen späteren Gerichtstermin verlegt.

Quelle: ADAC Motorwelt, Ausgabe 3/2006

"WERTLOS!?" - Ein Film zur Vermittlung von gesellschaftlichen Werten

Auf ungewöhnliche Weise und speziell auf die Zielgruppe der Jugendlichen ausgerichtet, vermittelt die interaktive DVD "WERTLOS!?" gesellschaftliche Werte und bietet Jugendlichen Hilfestellungen, wie sie durch ein besseres Miteinander zu mehr Anerkennung und Erfolg gelangen können.

Die DVD kann im Unterricht, bei "Coachings" oder als weiterbildende Maßnahme eingesetzt werden und bietet vielfältige Diskussionsgrundlagen und Informationsmaterial. Auf der DVD kann zwischen einem interaktiven und einem normalen Abspielmodus gewählt werden. Die Hintergrundinformationen sind als PDF-Dateien zum Ausdrucken hinterlegt.

Erzählt wird die Geschichte eines Berufsschülers, der einen für ihn typischen Tag erlebt. In unterschiedlichen alltäglichen Szenen wird dem Zuschauer auf intensive Weise vermittelt, wie durch eigenes negatives Verhalten ein angespanntes Verhältnis zur Umwelt entsteht und sich immer weiter zuspitzt bis es eskaliert. Ziel der DVD ist es, zu zeigen, dass es durch eigene (positve) Verhaltensänderungen gar nicht erst so weit kommen muss.

Der Film entstand in Zusammenarbeit mit zwei berufsbildenden Schulen und wurde durch die niedersächsische Staatskanzlei gefördert. Erstmals vorgestellt wurde der Film auf der Berlinale 2005. Und bei Pädagogen und Schülern erfreut sich "WERTLOS!?" aufgrund seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten großer Beliebtheit.

Mehr Informationen zum Film "WERTLOS!?" erhalten Sie hier

Rauchverbot oder freiwilliger Verzicht auf das Rauchen?

Soll man hierzulande - wie in vielen europäischen Ländern - das Rauchen verbieten oder auf freiwilligen Rauchverzicht setzen? Bei dieser Frage gehen die Ansichten von Ärztekammer und Bundesgesundheitsministerium auseinander:

Die Bundesregierung will mit Hilfe einer weiteren Nichtraucher-Kampagne unter dem Motto "Rauchfrei 2006" zum freiwilligen Rauchverzicht anregen. Dabei sollen Raucher durch Prämien bis zu 2.500 Euro motiviert werden, vom 1. Mai an mindestens vier Wochen lang nicht zu rauchen.
Gleiches gilt für die Gastronomie: das Gesundheitsministerium setzt weiterhin auf eine freiwillige Selbstverpflichtung zu Nichtraucher-Bereichen. Dabei empfehlen "Ärzte längst strikte Rauchverbote", so die SZ.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ist sich sicher, dass wir mit verschiedenen Maßnahmen "Schritt für Schritt vorankommen" werden. Es sei nicht einfach, Rauchverbote durchzusetzen, da in der Regel "sehr viele Interessen aufeinander stoßen". Selbstverständlich wolle die Bundesregierung das Rauchen eindämmen, obwohl das schlecht für den Finanzminister sei. So seien der Gesundheitsministerin niedrigere Tabaksteuereinnahmen lieber, weil weniger Raucher besser für das Gesundheitswesen seien.

Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Ärztekammer, kritisiert die Regierung, denn sie sei "in hohem Maße unglaubwürdig, wenn sie einerseits eine nationale Anti-Tabak-Kampagne unterstützt, andererseits aber jeden Versuch einer Eindämmung des Tabakkonsums torpediert". So halte Deutschland als einziges EU-Land an der Klage gegen die EU-Tabakwerberichtlinie fest und setze seine widersprüchliche Haltung in der Anti-Tabak-Politik fort.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 02.03.2006

„Drogen sind uncool“ als neues Motto der Love Parade?

In diesem Sommer soll die große Techno-Party, die Love Parade, nach zweijähriger Zwangspause wieder durch Berlin ziehen. 2004 und 2005 haperte es an der Finanzierung. Nun will die Love Parade mit einer neuen Geschäftsführung und einem neuen Konzept wieder loslegen. Unter anderem wolle man auf eine Kampagne mit dem Motto "Drogen sind uncool" setzen, berichtet Focus Online.

Quelle: Focus Online vom 22.02.2006

Liquid Ecstasy – Das „Heroin des armen Mannes“

Liquid Ecstasy (flüssiges Ecstasy) kursiert seit längerem in der deutschen Partyszene, berichtet Focus Online. Trotz hoher Suchtgefahr und lebensbedrohlichen Folgen gilt die billige Partydroge als "Wunderelixier".

Die unter dem Szenenamen "Poor Man's Heroin" (Heroin des armen Mannes) kursierende Droge hat laut Zählung der Gesundheitsbehörden - allein in den vergangenen zehn Monaten - zu 28 akuten Notfällen geführt. Mitte Januar ertappten hessische Drogenfahnder einen 19 Jahre alten Chemielaboranten mit einer "Rekordmenge" von 150 Litern Liquid Ecstasy, wovon er gerade 25 Liter verkaufen wollte. Die Droge hatte er bei sich zu Hause hergestellt.

"Wer das Zeug nimmt, spielt mit seinem Leben", warnt Helmut Hentschel, ein Toxikologe aus Erfurt. Die häufigsten Neben- und Nachwirkungen reichen von Übelkeit bis zu bitterem Erbrechen, Atemnot, Krämpfen, Filmriss, Absturz ins Koma. Besonders in Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen kann Liquid Ecstasy sogar tödlich wirken. In den USA und Europa starben bereits mehr als 20 Jugendliche.

Der Wirkstoff von Liquid Ecstasy - Gamma-Hydroxy-Buttersäure - wurde ursprünglich als Narkosemittel verwendet, jedoch wegen der starken Nebenwirkungen nicht mehr eingesetzt. Seit 1998 tauchte es dann immer wieder in Technoclubs auf. Inzwischen soll die Zahl der zum Teil lebensgefährlichen Vergiftungen von Jahr zu Jahr wieder angestiegen sein - mittlerweile auch bei ganz "normalen" Jugendlichen.

Liquid Ecstasy ist farb- und geruchlos und schmeckt nur leicht salzig. Kriminelle nutzen es wegen dieser unauffälligen Eigenschaften als K.O.-Tropfen, um ihre Opfer zu betäuben und dann auszurauben oder zu vergewaltigen. Deshalb sollten Getränke in Diskotheken, Clubs oder Bars immer im Auge behalten werden.

Quelle: Focus Online vom 14.02.2006

Pubertät: Das Gehirn von Jugendlichen ist eine Baustelle

Wenn Jugendliche nicht auf ihre Eltern hören, so ist das keine Böswilligkeit, sondern sie können nicht anders. Gab man bisher den Hormonen die Schuld dafür, so weiß man dank der neueren Hirnforschung mehr: Das jugendliche Gehirn ist eine Art Baustelle. Schuld daran ist der große Wachstumsschub, den ein Teenagergehirn beim Auswachsen macht.

Dabei braucht das so genannte Präfrontalhirn am längsten, bis es ausgewachsen ist - oft bis zum zwanzigsten Lebensjahr. Und genau dieser Teil des Gehirns ist "für alles was ein Erwachsenendasein ausmacht zuständig: Etwas planen, Prioritäten setzen, Impulse kontrollieren oder Konsequenzen abwägen". Deshalb brauchen Eltern sich nicht zu wundern, wenn sie bei ihren Kindern auf Widerstand stoßen.

Sollen Eltern "den Kampf gegen den unterentwickelten präfrontalen Kortex einfach aufgeben?" Psychologen sagen nein, denn die Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern sind nötig und den Kindern würden wichtige Erfahrungen fehlen, wenn ihre Eltern in ihrem pubertären Auflehnungsprozess einfach als Gegenspieler ausfielen oder resignierten. Jugendliche brauchen eine Gegenposition, um sich selbst zu definieren. Da sie selbst noch ungefestigt sind, erfahren und bestimmen sie sich selbst meistens eher durch eine Anti-Haltung, bis sie ihre eigene Position gefunden haben.

Außerdem stellte man fest, "dass der Lernzuwachs in der Pubertät unter den Erwartungen liegt". Auch das liegt an der "Baustelle", dem noch nicht ausgewachsenen jugendlichen Gehirn.

Quelle: www.kinder.de

„Cannabis als Einstiegsdroge“ – Neue Studie der Universität Amsterdam

Wissenschaftler von der Universität Amsterdam konnten durch eine neue Studie bestätigen, dass Jugendliche, die Cannabis rauchen, ein sechsfach höheres Risiko haben, später härtere Drogen zu konsumieren, als Jugendliche, die kein Cannabis nehmen.

Zu diesem Ergebnis kamen die niederländischen Forscher durch eine Zwillingsstudie. Jacqueline Vink, die Psychologin, die an der Studie mitgearbeitet hat, erklärt, es sei eine große Chance gewesen, Zwillinge, die in derselben Umgebung aufgewachsen sind, zu vergleichen. Denn so habe man genetische und familiäre Faktoren als Erklärung ausschließen können.

Von 219 gleichgeschlechtlichen Zwillingspaaren, von denen einer vor seinem 18. Lebensjahr Cannabis geraucht hat und der andere nicht, nahmen mehr als sechs Prozent derjenigen, mit Cannabiserfahrung, später regelmäßig Ecstasy und fünf Prozent harte Drogen. Die Zwillingsgeschwister ohne Cannabiserfahrung nahmen auch später in ihrem Leben gar keine Drogen.

Dieses Studienergebnis bestätigt die besonders in den Niederlanden umstrittene Theorie, dass Cannabis eine typische Einstiegsdroge sei.

Quelle: Ärzte Zeitung vom 01.02.2006

Heroinabhängiges elfjähriges Mädchen wurde in Kinderklinik eingeliefert

Der Fall eines elf Jahre alten Mädchens in Glasgow, das über mehrere Wochen Heroin konsumiert hatte, schockierte die Öffentlichkeit. Drogensucht unter Jugendlichen sei auch in Großbritannien ein alltägliches Problem, berichtet die SZ.

Das Mädchen war mit schweren Entzugserscheinungen in eine Kinderklinik eingeliefert worden. Der Polizei sagte sie, dass sie seit zwei Monaten Heroin geraucht habe. Das Heroin hatte sie für umgerechnet etwa 15 Euro pro Päckchen von Dealern neben einem Supermarkt gekauft.

Stewart Stevenson, justizpolitischer Sprecher der Scottish National Party, sagt, das elfjährige heroinabhängige Mädchen sei kein Einzelfall. "Im Großraum Glasgow hat man mehrere Dutzend heroinsüchtige Kinder im Grundschulalter identifiziert", so Stevenson, der sich auf die Erfahrungen von Sozialorganisationen beruft. Die Zehn- und Elfjährigen rauchten das Heroin, statt es sich zu spritzen.

Wissenschaftler der Universität Glasgow hatten 2005 festgestellt, dass in Schottland schon zehn Jahre alte Kinder harte Drogen wie Heroin und Kokain ausprobierten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2006

„So viel du (trinken) kannst“ – Flatrates in Bars und Discos

In einigen Bars, Kneipen und Discos in Hannover locken Wirte ihre Gäste mit Slogans wie "Für alle, die den Hals nicht voll kriegen können, gibt's jetzt jeden Donnerstag die Flatrate" oder "So viel du (trinken) kannst". Gegen einen Eintrittspreis von vier bis acht Euro dürfen Jugendliche so viel trinken wie sie wollen oder können, berichtet die DHS, die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren.

Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der DHS, findet das von den Wirten verantwortungslos. Einer der betroffenen Wirte räumt dagegen ein, die Gäste könnten auch genauso gut "Sprudel" und andere alkoholfreie Getränke trinken.
Aber auch Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann appelliert an das Verantwortungsgefühl der Betreiber und das der jungen Leute. Und auch die Polizei ist besorgt: Immer mehr jüngere Menschen trinken immer mehr Alkohol. Und es komme auch häufiger zu Randalen vor Discos.

Deutschland sei beim Alkoholkonsum "unter den Spitzenreitern in der Welt und rangiert auch in der Europäischen Union weit vorne", so Hüllinghorst. Er fordert stärkere Kontrollen für Betriebe mit Dumpingangeboten für Alkohol und die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen.

Quelle: dpa/Ärzte Zeitung vom 19.01.2006

Passivrauchen als Todesursache

Eine aktuelle Studie des deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ermittelte erstmalig die Zahl der Passivrauchopfer in Deutschland. Ergebnis der Heidelberger Studie: in Deutschland sterben jährlich über 3.300 Menschen durch passives Mitrauchen.

Dabei beinhaltet die Zahl von 3.300 durch Passivrauchen verursachten Todesfällen auch 60 Säuglinge, weil die Mutter während der Schwangerschaft rauchte. Das DKFZ schätzt, dass hierzulande jährlich mehr als 170.000 Kinder schon im Mutterleib dem Tabakqualm mit seinen giftigen Schadstoffen wie Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid und einer Vielzahl an Krebs erregenden Substanzen ausgesetzt sind.

Millionen von Menschen atmen als Nichtraucher (Passivraucher) am Arbeitsplatz, zu Hause oder in der Freizeit die Schadstoffe des Tabakrauchs ein. Das verursache laut DKFZ Reizungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Schwindel. Aber vor allem Herzkrankheiten, Schlaganfall und Lungenerkrankungen bis hin zu Krebs führen die Wissenschaftler auf passives Mitrauchen zurück.

Deshalb fordert die Herausgeberin der Studie, Martina Pötschke-Langer vom DKFZ, ein Bundesgesetz zum Schutz von Nichtrauchern in öffentlichen Räumen und in der Gastronomie sowie eine Informationskampagne zu den Gefahren des Passivrauchens. Für die im Passivrauch enthaltenen Krebs erregenden Substanzen können keine Dosis-Schwellenwerte festgestellt werden, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten wäre, warnte Pötschke-Langer. Demnach können auch kleinste Belastungen zur Entwicklung von Tumoren beitragen.

Quellen: dpa vom 7.12.2005 und Zeit online:

http//zeus.zeit.de/text/online/2005/49/studie_passivrauchen

Alkohol in Maßen ist wohl doch nicht so gesund wie bislang angenommen

"Für Alkohol gibt es keinen harmlosen Bereich", sagt Rod Jackson von der Universität Auckland in Neuseeland. In keiner Dosis sei der Nutzen des Alkohols größer als der Schaden.

Alkohol habe - anders als bisher vermutet und nach neuesten Erkenntnissen der neuseeländischen Forscher - keine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße, auch nicht in kleinen Mengen. Damit widerlegten sie die seit 1979 kursierende Hypothese von den "herzschmeichelnden" und "lebensverlängernden" Eigenschaften des Alkohols, die Wissenschaftler in vielen Studien herausgefunden haben wollten und in hunderten von Artikeln beschrieben. So seien die Forscher in den meisten dieser Studien, die "auffällig oft in der Region um Bordeaux, im Chianti oder unweit des Napa-Valley forschten", offenbar von einer positiven Wirkung des Alkohols ausgegangen und haben wissenschaftliche Standards vernachlässigt, sagt Jackson.

Die neuseeländischen Wissenschaftler sprechen an, dass sich Alkohol "sehr wohl günstig auf die Gefäße auswirken könne" - allerdings nur in extrem hohen Dosen. So würden Autopsien von Alkoholikern oft erstaunlich unbescholtene Adern zeigen, dafür seien die Schäden an anderen Körperstellen aufgrund der hohen Alkoholmengen überwältigend.

Auch Mediziner aus Atlanta hatten kürzlich schon auf Fehler in Alkoholstudien hingewiesen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 2.12.2005

EU-Drogenaktionsplan 2005-2008

Der Drogenkonsum in der Europäischen Union nimmt zu - besonders bei Jugendlichen hat er "einen historischen Höchststand erreicht". In der EU gibt es demnach etwa zwei Millionen "problematische" Drogenkonsumenten.

Pro Jahr werden in der EU und Norwegen etwa 8.000 Drogentote registriert - dabei handelt es sich in erster Linie um junge Menschen. Nach wie vor ist Cannabis die am häufigsten verwendete illegale Droge in Europa. Besorgnis erregend ist weiterhin der Konsum synthetischer Drogen von Jugendlichen in Diskotheken und auf Partys.

Das Drogenproblem "stellt eine schwerwiegende Bedrohung für die Sicherheit und Gesundheit der europäischen Gesellschaft dar; seine Bekämpfung zählt zu den wichtigsten Anliegen der Bürger Europas", lauten die einleitenden Worte des EU-Drogenaktionsplans 2005-2008 der vom Europäischen Rat angenommen wurde.

Der EU-Drogenaktionsplan 2005-2008 soll den Konsum deutlich verringern. Mehr als 100 einzelne Maßnahmen haben das Ziel, die Nachfrage und auch das Angebot an Drogen zu reduzieren. Weil das Drogenproblem ein globales Problem ist, setzt die EU eine Reihe politischer Instrumente - wie zum Beispiel den mit verschiedenen Regionen der Welt geführten Dialog - ein. Aber vor allem die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind gefordert: Sie sollen umfassende Präventionsprogramme in ihre schulischen Lehrpläne aufnehmen und Lehrkräfte in der Früherkennung von Drogenmissbrauch schulen.

Quelle: www.dsb.de und http://europa.eu.int/
"EU-Drogenaktionsplan 2005-2008", Grundsatzpapier vom 08.07.2005 und "Jahresbericht 2005: Der Stand der Drogenproblematik in Europa", Grundsatzpapier vom 24.11.2005, http://europa.eu.int/

Computerspiel-Sucht und Drogen-Sucht: Sucht ist Sucht

Exzessives Computerspielen aktiviert vermutlich die gleichen Strukturen im Gehirn wie Alkohol, Cannabis und härtere Drogen, sagt Sabine Grüsser von der Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe an der Berliner Charitee.

Dafür sprechen ihre Befunde aus hirnphysiologischen Ableitungen (EEG) und Messungen der Aktivität des Augenmuskels (EMG): Hirnaktivität und Verhaltensreaktionen PC-Süchtiger gleichen den Befunden bei stofflicher Drogenabhängigkeit.

Sabine Grüsser hatte in ihrer Studie 15 Computerfreaks, die nach international gültigen Kriterien - wie zum Beispiel Entzugserscheinungen - als süchtig eingestuft worden waren, mit 15 anderen PC-Nutzern verglichen. Die Arbeitsgruppe um Grüsser untersucht, wie es durch Lernprozesse zu einer Sucht kommen kann und fand bisher heraus, dass Computerspiele durch Erfolgsmeldungen wie "nächster Level erreicht" wirken und damit zum Weiterspielen verführen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 23.11.2005

Ecstasy scheint bleibende Gedächtnisstörungen zu verursachen

Etwa 60 Prozent der ehemaligen Ecstasy-Konsumenten haben kognitive Störungen, fanden Forscher der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) heraus. Ihre Studie deutet darauf hin, dass dauerhafter Konsum von Ecstasy zu anhaltenden Gedächtnisschäden führen kann. So sei das neurotoxische Potential von Ecstasy wesentlich höher als das von Kokain, Cannabis und Amphetaminen, sagt der Leiter der Studie, Prof. Rainer Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE.

Für die Studie hatten die Forscher 120 Teilnehmer in vier Untersuchungsgruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit aktuellen Ecstasykonsumenten, eine mit ehemaligen Ecstasykonsumenten, eine mit Cannabis-, Amphetamine- oder Kokain-Konsumenten und eine mit Personen, die keine Drogen konsumieren.

Etwa 50 Prozent der ehemaligen und die Hälfte der aktuellen Ecstasykonsumenten hatten kognitive Störungen - auch noch nach fünf Monaten nach Beendigung des Ecstasykonsums.
Sie fielen durch "eine verminderte Merkfähigkeit, Lernstörungen, Probleme bei der Wortfindung und Verlust von Zeitgefühl auf", beobachtete Thomasius. Auch neu Erlerntes konnten sie in Tests nicht mehr so gut im Langzeitgedächtnis speichern. "Da aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumenten nahezu gleichermaßen betroffen waren, müsse davon ausgegangen werden, dass sich diese Gedächtnisstörungen nicht mehr zurückbilden".

Außerdem hatten sie deutlich häufiger Depressionen und Angstzustände als Konsumenten anderer Drogen. Zudem stellten die Forscher bei 73 Prozent der aktuellen Ecstasykonsumenten eine schwere Abhängigkeit von der Substanz fest. Laut Thomasius werde jeder fünfte, der Ecstasy nimmt, abhängig.
Zu einem Erstkontakt mit dieser Droge komme es oft schon im Alter von elf bis zwölf Jahren. Daher müsse verstärkt vor der Partydroge Ecstasy gewarnt werden.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 2.9.2005

Rauschmittelkosumerfahrungen der Hamburger Jugendlichen und jungen Erwachsenen 2004 - Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln - Hamburger SCHULBUS von Theo Baumgärtner

Welche Drogen werden in welchem Ausmaß von welchen Personen aus welchen Gründen und mit welchen Folgen konsumiert?

Diese Fragen will Theo Baumgärtner im Rahmen des Hamburger SCHULBUS-Projekts klären. Dazu wurden Schüler und Schülerinnen und Pädagogen schriftlich befragt. Um den SCHULBUS als Prognoseinstrument zukünftiger Rauschmittelkonsumtrends nutzen zu können, sollen die Befragungen im jährlichen Turnus durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem um die Images, die Jugendliche verschiedenen Rauschmitteln zuschreiben, aber auch um ihre Konsum- oder Verzichtsmotive.

Im Zeitraum vom 9. März bis zum 7. Mai 2004 wurden insgesamt 3.780 Schüler/innen der allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Hamburg im Alter von 14- bis 18 Jahren befragt. Damit wurden erstmals aktuelle Daten zum Umgang von Hamburger Jugendlichen mit Suchtmitteln vorgelegt. Ab 2005 folgen dann Pädagogen.

Alkohol findet unabhängig vom Geschlecht und Alter den größten Zuspruch. So haben mehr als 60 Prozent der 15-Jährigen bereits Erfahrungen mit Alkopops gemacht. Ungefähr 70 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter von 14- bis 18 Jahren haben schon einmal geraucht und etwa jeder 6. Hamburger Jugendliche kann als aktueller Cannabiskonsument eingestuft werden, berichtet Baumgärtner.
Besonders bei Cannabis überwiege - wie bei fast allen anderen Drogen auch - das Konsummuster des Experimentierens.

Im nächsten Schritt hat Baumgärtner die Hamburger Ergebnisse mit Daten aus Frankfurt und Berlin verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass sich die Hamburger Befunde nur geringfügig von den anderen Erhebungen ihrer Altersgenossen unterscheiden.

In der Erhebungsphase von 2004 konnten besonders bei illegalen Drogen Konsummotive wie ‚Neugier', ‚Neues und Aufregendes erleben' ausgemacht werden, bzw. wurden am häufigsten als Gründe für den Gebrauch von Drogen angegeben. Für jeden 5. Schüler übt vor allem ‚das Verbotene' den größten Anreiz zum Konsum aus.
Etwa ein Drittel der befragten Schüler gab wiederum das ‚Zugehörigkeitsgefühl' und die ‚Geselligkeit' beim gemeinsamen Konsum in der Gruppe von Gleichgesinnten als Motiv an. Auch Beweggründe wie ‚Glücksgefühle', ‚Alltag vergessen', ‚Schüchternheit/Coolness', ‚Lebensqualität' und das ‚körperliche Feeling' spielen eine Rolle beim Konsum von Rauschmitteln.

Quelle: www.suchthh.de/projekte/schulbus.htm vom 25.08.2005

Rauchen beschleunigt den biologischen Alterungsprozess

Die durch das Rauchen verursachten genetischen Veränderungen sollen den biologischen Alterungsprozess beschleunigen. Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Enden der Chromosomen, die so genannten Telomere, jedes Mal wenn sich eine Zelle teilt, verkürzen. Sie stellten fest, dass Rauchen den Prozess dieser Verkürzung beschleunigt und somit zu einer vorzeitigen Alterung beiträgt.

Zu diesem Ergebnis kamen sie, indem sie mehr als 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 76 Jahren zu ihrem Zigarettenkonsum befragten und dann die Länge ihrer Telomere in den weißen Blutzellen bestimmten: Eine Schachtel Zigaretten pro Tag erhöht die gewöhnliche Verkürzung der Telomere um weitere fünf Basenpaare. Daher sollen Raucherinnen biologisch etwa fünf Jahre älter sein als Nichtraucherinnen - starke Raucherinnen sogar über sieben Jahre.

Quelle: www.wissenschaft.de oder www.scienceticker.de vom 24.08.2005

Alkoholsucht und Lebensalter

Eine „fatale Begeisterung" für Alkohol entstehe vor allem in der Jugend, vermuten Forscher der Binghamton Universität New York. Das Lebensalter sei ausschlaggebend dafür, ob sich eine Alkoholsucht entwickle.

Zu dieser Aussage kam das Forscherteam indem sie das Verhältnis von jungen und erwachsenen Ratten zu Alkohol untersuchten und es dann auf den Menschen übertrugen. Sie stellten fest, dass gerade junge Ratten Hochprozentiges bevorzugten, sich als besonders trinkfest erwiesen und schnell süchtig wurden.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Kinder unbedingt vom Alkohol ferngehalten werden sollten, betonen die Forscher.

Quelle: http://focus.msn.de, Focus Online vom 17.08.2005

Alkoholkonsum von Jugendlichen 2005 - Alkopops-Studie der BzgA

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat im Frühjahr 2005 eine Repräsentativbefragung zur Entwicklung des Alkoholkonsums 12- bis 25-Jähriger, durchgeführt. Dabei ging es vor allem um den Alkopopkonsum und die Überprüfung des „Alkopopgesetzes" vom 2. August 2004, in dem eine Sondersteuer auf spirituosenhaltige Alkopops und eine Kennzeichnungspflicht festgelegt wurden.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Jugendliche weniger Alkopops und auch insgesamt weniger Alkohol konsumieren:

Im Jahr 2004 tranken noch 28 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen mindestens einmal im Monat Alkopops - 2005 waren es nur noch 16 Prozent. In der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen nur noch die Hälfte.

Insgesamt zeichne sich ein Rückgang der Alkoholmenge bei Jugendlichen ab, so die BzgA. Demnach haben die 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2004 noch etwa 44 Gramm alkoholische Getränke pro Woche konsumiert - ein Jahr später nahmen sie etwa 36 Gramm zu sich.

Als wesentliche Gründe für diese Entwicklung nennt die BzgA die Alkopopsteuer und das bessere Wissen über die gesundheitlichen Gefahren.

Quelle: www.bzga.de vom 26.07.2005

Disco, Drogen und weniger Verkehrsunfälle - Oberhausener Modellprojekt

Die Polizei Oberhausen konnte mit einem bundesweit einmaligen Modellprojekt die Zahl der Verkehrsunfälle junger Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss in nur einem Jahr um mehr als 20 Prozent senken. So sei seit 1998 der niedrigste Stand erzielt worden.

Wie die Polizei Oberhausen das geschafft hat, verrät der wissenschaftliche Begleiter des Modellprojekts, Thomas Schweer von der Universität Duisburg-Essen:

Für ihre üblichen Verkehrskontrollen hat sich die Polizei Unterstützung durch Studenten geholt, um die jungen Fahrer über die Gefahren von Drogen beim Autofahren aufzuklären. Dazu waren an 19 Wochenenden Teams aus Polizisten und Studenten in der Nähe von Discotheken unterwegs. "Mehr als jeder Zweite konnte für die Gefahren von Alkohol und Drogen im Verkehr sensibilisiert werden", so Schweer.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 20.07.2005 und dpa

ALF - Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten - Längsstudie über 5 Jahre

Das Präventionsprogramm ALF für Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen wurde am IFT Institut für Therapieforschung in München nach den Richtlinien der modernen Suchtforschung entwickelt. Das Programm will schützende Lebensfertigkeiten wie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Stressbewältigung, Selbstständigkeit, Selbstwert, Genuss- und Erlebnisfähigkeit trainieren, um so die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken sowie altersangemessen über Suchtstoffe informieren und diskutieren.

Um ALF auf seine Akzeptanz, Praxistauglichkeit und suchtpräventiven Wirkungen zu testen, wurde von 1994 bis 1998 am IFT eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie zur Suchtprävention an Hauptschulen und Gymnasien in Bayern durchgeführt:

Die Experimentalklassen der Hauptschulen nahmen drei Schuljahre lang am ALF-Unterricht teil, während die Kontrollklassen der Gymnasien keinen suchtpräventiven Unterricht hatten. Schüler, Lehrer und Eltern wurden anschließend mit Hilfe von Fragebogen und Telefoninterviews befragt. Zur Überprüfung des Nikotinkonsums wurden die Angaben mit einem Atemluftanalysator getestet. Bei der ersten Messung zu Beginn der Studie ergaben sich für die beiden Versuchsgruppen im Hauptschul- und Gymnasialprojekt vergleichbare Variablen:

So hatte etwa ein Drittel der Schüler bereits zu Beginn der 5. Klasse Raucherfahrung, über zwei Drittel haben schon Alkohol und weniger als ein Prozent der Fünftklässler hatten Cannabis oder Ecstasy konsumiert.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das ALF-Programm den Substanzmissbrauch an den Hauptschulen (Experimentalgruppen) in der 5. und 6. Klasse nachweisbar reduziert hat. So blieb der Anteil der Raucher in den ALF-Hauptschulklassen eher gering, während er sich in den Kontrollgruppen der Gymnasien mehr als verdoppelt hatte. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Alkoholkonsum. Langfristig, am Ende der 7. Klasse, bewirkte ALF eine Einstiegsverzögerung des Substanzmissbrauchs. Was allein schon ein wichtiges Ziel der Suchtprävention darstellt.

Aufgrund dieser Befunde empfiehlt das IFT, so früh wie möglich, ab der Grundschule mit einem substanzunspezifischen LKP zu beginnen. Nikotin- und alkoholspezifische Inhalte sind in der 5. bis 7. Klasse angemessen.

Quelle: www.vtausbildung.de/alf/evaluation.htm vom 12.07.2005

Internet als Drogenportal - "elf/18 - die Jugendstudie"

Eine aktuelle Studie des Instituts für Jugendkulturforschung macht auf neue Gefahren im Internet aufmerksam: Abgesehen davon, dass etwa 60 Prozent der 11- bis 18-Jährigen schon pornographische Internetseiten konsumiert haben, 50 Prozent auf Glücksspielseiten waren, hatten über 20 Prozent bereits Kontakt mit Seiten, auf denen illegale Drogen angeboten werden.
Im Rahmen seiner Repräsentativerhebung „elf/18 - die Jugendstudie" hatte das Institut 800 Jugendliche dieser Altersgruppen interviewt. Noch bestürzendere Befunde ergaben sich jedoch in der Gruppe der 11- bis 14-jährigen Internet-Nutzer, von denen etwa 18 Prozent schon einmal einen virtuellen Drogenumschlagplatz besucht haben.
Selbstmordforen steuerten ungefähr elf Prozent in beiden Altersgruppen an.

Aber auch in der wirklichen Welt der Jugendlichen gehe es hart zur Sache: So geben über 50 Prozent der 11- bis 14-jährigen Jungs und 30 Prozent der Mädchen an, dass es in ihrer Schule ganz normal sei, Konflikte mit Gewalt zu lösen.

Dr. Beate Großegger, Studienleiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien stellt fest: „Die Eltern kümmern sich zu wenig um die Surfgewohnheiten ihrer Kinder." Besonders bei den 11- bis 14-jährigen Kids wäre es wichtig, sie auf ihren Wegen durch das Internet zu begleiten und vor verstörenden oder gefährdenden Inhalten zu bewahren.
„Viele Eltern wissen gar nicht, was in der virtuellen Welt abgeht, in der sich ihre Kinder tagtäglich bewegen." Auch nicht, dass Jugendliche oftmals über so genannte Spam-Mails auf Sex- und Drogenseiten gelenkt werden, so Großegger.

Quelle: www.familienhandbuch.de vom 11.07.2005

Raucher gelten unter Jugendlichen als "Rebellen"

Durch eine Befragung von 985 Mädchen und Jungen im Alter von elf und 18 Jahren von zwei Hauptschulen und einem Gymnasium im Ruhrgebiet fand die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) heraus, dass

„öffentliche Verbote und negative Bewertungen des Rauchens im Schulunterricht" dazu beitragen, „dass ‚Raucher' und ‚Nichtraucher' zu Symbolen der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen werden". Laut Prof. Gerd Lehmkuhl von der DGKJP verkörpern die Raucher dabei die „Nicht-Angepassten", die „Oppositionellen". Die Nichtraucher werden dagegen als die „Angepassten" angesehen.
Der Gruppenzwang und der Wunsch, zu den „Rebellen" zu gehören, sei für viele Jugendliche wichtiger, als die durch das Rauchen verursachten gesundheitlichen Risiken und Leistungseinschränkungen.

Quellen: www.aerztezeitung.de und DGKJP-Presse-Service vom 05.07.2005

 

Cannabis schädlicher als bisher vermutet

Eine Schweizer Studie über die Verabreichung von Cannabis-Medikamenten kam im April 2005 zu folgendem Befund:
Bisher hatte man angenommen, dass die Einnahme einer geringen Dosis Cannabis bei manchen Erkrankungen gesundheitliche Vorteile bringe, doch ein Forscherteam des Institut Universitaire de Medicine Legale www.hug-ge.ch fand heraus, dass Cannabis schädlicher ist, als bislang vermutet.

Die Untersuchung wurde unter strengen klinischen Bedingungen durchgeführt. Den Probanden wurde oral eine geringe Dosis des aktiven Bestandteils von Cannabis delta-9-THC verabreicht. Bei einem Teil der Probanden löste bereits diese geringe Dosis schwerwiegende Angststörungen und in weiterer Folge Realitätsverlust, Entpersonalisierung, Schwindel und paranoide Vorstelllungen aus.

Überraschend waren diese Befunde vor allem, weil dieser Halluzinationsprozess schon bei einer sehr kleinen Menge THC einsetzte. Unter Einbeziehung anderer Studien, die ebenfalls bestätigen, dass Cannabis das Risiko für mentale Krankheiten erhöht, sollte bei der Therapierung mit Cannabis-Medikamenten eine größere Vorsicht sowie eine weitere Erforschung der THC-Wirkung geboten sein.

Quelle: www.biomedcentral.com/bmcpsychiatry vom 14.04.2005

Alkohol in kleinen Mengen gefährdet junge Herzen

Allein geringe Mengen von Alkohol können bei jungen Menschen das Risiko einer späteren Herzerkrankung erhöhen, fand eine Studie der University of California heraus. Dieser Befund widerlegt die allgemeine Ansicht, dass ein moderater Alkoholkonsum eine schützende Wirkung gegen eine Herzerkrankung habe.

Quelle: www.uscf.edu vom 14.04.2005

Medieneinfluss und Gewaltbereitschaft

Die britischen Forscher Kevin Browne und Catherine Hamilton-Giachritsis von der Universität Birmingham sehen die Ursachen für die wachsende Gewaltbereitschaft von größeren Kindern und jungen Erwachsenen eher im familiären und sozialen Umfeld als in den Bildern oder dem Einfluss von Fernsehen und Computerspielen. Als konkrete Ursachen nennen sie Armut, Bildungsmangel sowie fehlende Ansprache, Fürsorge und Zuneigung. Demnach werde der Einfluss der Medien auf die Aggressivität von älteren Kindern und Jugendlichen vielfach überschätzt.

Ihrer Untersuchung zufolge soll der Medienkonsum lediglich bei sehr kleinen Kindern für aggressives Verhalten verantwortlich sein.

Quelle: www.wuv.de vom 24.03.2005

Suchtprävention an Schulen "Gläserne Schule" - Forschungsprojekt

Um herauszufinden, ob schulische Suchtprävention überhaupt wirkt, wurde das vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) im Rahmen des EU-Forschungsprojekts „Suchtprävention an Schulen" bislang zwar in der Praxis erprobte, aber noch nicht evaluierte (= bewertete) Unterrichtsprogramm „Gläserne Schule" weiterentwickelt:

„Gläserne Schule, Teil I" - 2000-2001: Die Panel-Untersuchung (drei Erhebungszeitpunkte mit einer Experimental- und einer Kontrollgruppe) bestand aus einer gezielten suchtspezifischen pädagogischen Intervention, deren Hauptbestandteil eine Verzichtsübung, die so genannte „Initiierte Abstinenz" war. Dabei verzichten die Schülerinnen und Schüler zwei Wochen lang auf eine Substanz wie Süßigkeiten, Zigaretten etc. oder ein Medium wie Fernsehen oder PC-Spiele.
Erprobt wurde diese suchtpräventive Maßnahme in der Zeit von September 2000 bis 2001 an etwa 3.000 Schülern der Klassenstufen 6. bis 8. in unterschiedlichen Schultypen in drei deutschsprachigen Regionen der EU (Flensburg/D, Innsbruck/A, Bozen/I).

Seit Februar 2002 liegen die Befunde dieser umfassenden Evaluation vor: „Das Unterrichtsprogramm wird nicht nur von den Schülern und Lehren akzeptiert und positiv bewertet, sondern es kommt bei einem erheblichen Teil der Schüler auch zu einer Konsumreduktion".
Außerdem entwickeln die Schüler realistische Einschätzungen über das Gefährdungspotential von Substanzen und elektronischen Unterhaltungsmedien, berichtet das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD).

Dieses finanziell von der EU geförderte Projekt ist auch als Buch erschienen:

Raschke, Peter/Kalke, Jens (2002): Lernen durch Verzicht. Konzept und Wirkungen des suchtpräventiven Unterrichtsprogramms „Gläserne Schule", Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler

Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_glaeserneschule.htm

„Gläserne Schule, Teil II" - 2002-2004: Diese Anschluss-Studie wollte überprüfen, ob die so genannte „Initiierte Abstinenz" auch in der Altersgruppe der 15- bis 18-jährigen Schüler positiven Wirkungen führte.
Auch die Anschluss-Studie kam zu positiven Ergebnissen: Es kam in der viermonatigen Untersuchungsphase bei einem „erheblichen" Teil der Schüler zu einem Rückgang des Konsums.

Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_glaeserne_2.htm

„Gläserne Schule, Teil III" - 2003-2006: In dieser aktuellen Forschungsreihe, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gefördert wird, will man die langfristigen Wirkungen der Verzichtsübungen, die Nachhaltigkeit und das richtige Alter für die „Initiierte Abstinenz" überprüfen.
Dazu wird die Maßnahme in einer Experimentalgruppe jedes Jahr und in den drei Kontrollgruppen nur einmal in dem vierjährigen Beobachtungszeitraum - hier allerdings in jeweils unterschiedlichen Klassenstufen aus verschiedenen Schultypen - durchgeführt. Insgesamt werden etwa 2.800 Schüler/innen aus Hamburg und Schleswig-Holstein teilnehmen.

Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_bzga.htm
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