Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt
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Nikotin

Rauchen ist ungesund. Das weiß jeder! Aber dafür sind Raucher doch viel cooler, oder? Und schlank soll es auch machen, sagt man. Was wirklich dran ist an diesen Behauptungen, zeigt der folgende Film-Beitrag des Landeskriminalamt Brandenburg.


Tabak gehört neben Alkohol zu den am häufigsten konsumierten Drogen in unserer Gesellschaft. In Deutschland rauchen etwa 29 Prozent der Männer und etwa 20 Prozent der Frauen. Bei Jugendlichen ist Rauchen „out". Die Zahl jugendlicher Raucher nahm in den letzten Jahren auf 9,7 Prozent ab. Fakten zu Nikotin:

Kleine Geschichte des Tabaks

Die Tabakpflanze stammt aus Amerika. Dort wurde der Tabak schon vor über 2500 Jahren von den Indianern bei rituellen Handlungen geraucht. Der Franzose Jean Nicot brachte die ersten Samen im 16. Jahrhundert als angebliche Heilpflanze nach Europa. Nach ihm wurde später der Inhaltsstoff Nikotin benannt, ein starkes Nervengift, das die Pflanze zur Abwehr von Schädlingen produziert.

In Europa wurden die Tabakblätter zunächst geschnupft und erst später in der Pfeife oder als Zigarre geraucht. Tabak war lange Zeit ein echter Luxusartikel. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in den Zigarrenfabriken aus dem Tabakabfall Zigaretten zu produzieren. Bald jedoch war das Nebenprodukt, also die Zigarette, so erfolgreich, dass eigene Zigarettenfabriken entstanden und sich die großen Tabakkonzerne herausbildeten.

Tabak wird heute vorwiegend in Amerika, aber auch in China, Indien und Europa angebaut. In Deutschland wird nur wenig Tabak angepflanzt. Problematisch ist der intensive Einsatz von Fungiziden und Pestiziden, mit denen die Monokulturen vor Pilzbefall und Schädlingen geschützt werden sollen. Diese giftigen chemischen Substanzen führen nicht nur bei der Produktion zu Schäden an Mensch und Umwelt, sondern auch beim Verbrauch, denn sie sind noch in den Tabakwaren selbst zu finden.

Kaum zu glauben, was im Tabakrauch alles drin ist! Folgende Animation informiert über die giftigen und krebserregenden Stoffe.

Gesundheitliche Folgeschäden durch Nikotinkonsum

  • Niemand käme auf die Idee, seine Nase an den qualmenden Auspuff eines Autos zu halten. Dabei wäre die Wirkung auf den Körper ähnlich verheerend wie die Auswirkungen des Rauchens. Mit jedem Zug an einer Zigarette gelangen nämlich zahlreiche Giftstoffe in die Lunge und von dort über das Blut in den ganzen Körper.
  • Das Rauchen macht psychisch abhängig. Starke körperliche Entzugserscheinungen treten beim Verzicht auf Zigaretten nicht auf.
  • Der Tabakrauch enthält ca. 4000 unterschiedlich giftige und krebserregende Stoffe.
  • Nikotin ist dabei als wichtigster Bestandteil der Tabakpflanze besonders gefährlich. Schon 0,05 g genügen, um einen Menschen zu vergiften.
  • Wer täglich eine Packung Zigaretten raucht, saugt pro Jahr eine Tasse Teer in seine Lunge.

Der Teer lagert sich als dicke Schicht in den Atemwegen ab und verhindert so deren Selbstreinigung. Dies bezeichnet man als Raucherlunge. Symptome wie Raucherhusten und Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung sind die Folge. Es dauert etwa sieben Jahre, bis der Körper die Teerschicht in den Atemorganen vollständig abgebaut hat.

  • In der Lunge und in der Mundhöhle, dem Kehlkopf, der Luftröhre, der Speiseröhre, den Nieren, der Blase und dem Magen kann Krebs entstehen. Zudem verengen sich die Blutbahnen, was mit der Zeit unweigerlich zu Durchblutungsstörungen führt - besonders im Gehirn und im Herzen. Deshalb haben Raucher ein stark erhöhtes Risiko, an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Auch das sogenannte „Raucherbein" kann sich aus diesen Durchblutungsstörungen entwickeln.
  • Rauchen verringert die Lebenserwartung um durchschnittlich 10 Jahre. Allein in Deutschland sterben jährlich 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Aber nicht nur Raucher selbst sind durch Zigarettenrauch gefährdet:

 

Passivrauchen

  • Jährlich sterben in Deutschland mehr als 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Die Wahrscheinlichkeit einer Herzkrankheit steigt durch Passivrauchen um bis zu 35 Prozent.
  • Der Rauch, der bei einer qualmenden Zigarette zwischen zwei Zügen entweicht, der sogenannte Nebenstromrauch, ist noch giftiger als der Hauptstromrauch. Dieser Rauch wird auch von Nichtrauchern eingeatmet.
  • Wenn ein Nichtraucher zwei Stunden in einem verqualmten Raum verbringt, ist das so, als würde er ca. 4 Zigaretten rauchen.

Jugend- und Nichtraucherschutz

  • Bereits 2003 beschloss die Europäische Union eine Richtlinie, die ein weitgehendes Werbeverbot für Tabak sowohl in allen Printmedien als auch im Internet vorsieht. Da insbesondere junge Menschen extrem durch Werbung beeinflussbar sind, will die EU mit dieser Maßnahme vor allem Kinder und Jugendliche schützen. Dieses Tabakwerbeverbot gilt inzwischen auch in Deutschland.
  • Seit dem 1. September 2007 ist das Rauchen für Jugendliche unter 18 Jahren in der Öffentlichkeit verboten.
  • Im Jahr 2007 verabschiedeten alle 16 Bundesländer weit reichende Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern. Demnach ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden sowie in Gaststätten, Bars und Diskotheken weitgehend verboten. Einige Bundesländer erlauben das Rauchen in abgetrennten Nebenräumen oder machen Ausnahmen für geschlossene Gesellschaften.


E-Shishas und E-Zigaretten

Die Zahl jugendlicher Raucher nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Der Anteil der 12- bis 17-jährigen Raucher ist von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 9,7 Prozent im Jahr 2014 gesunken.


Diese positive Entwicklung wird allerdings durch einen neuen Trend getrübt:


E-Zigaretten und E-Shishas sind bei vielen Kindern und Jugendlichen angesagt. So hat nach einer aktuellen Auswertung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits jede fünfte Person in der Altersgruppe der 12-17-Jährigen schon einmal eine E-Shisha probiert und jede siebte in dieser Altersgruppe eine E-Zigarette. 11,3 Prozent dieser Altersgruppe haben bereits eine E-Shisha oder eine E-Zigarette konsumiert, ohne jemals eine Tabakzigarette geraucht zu haben.
E-Shishas, die meist bunt und in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Mango, Apfel oder Kirsche erhältlich sind, spielen bei Jugendlichen eine größere Rolle als E-Zigaretten. Seit dem Jahr 2012 sind sowohl die Bekanntheit als auch das Ausprobieren von E-Zigaretten unter Jugendlichen gestiegen.

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