Keine Macht den Drogen - Aktiv gegen Sucht und Gewalt

Neue Volkskrankheit Internetsucht?

Studie belegt: 560.000 Deutsche sind internetsüchtig

Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland sind laut neuesten Erkenntnissen bereits onlinesüchtig, rund 2,5 Millionen Internetnutzer sind darüber hinaus suchtgefährdet. Dies belegen Zahlen einer Studie der Universität Lübeck mit 15.000 Befragten, die von der Bundesdrogenbeauftragten Mechthild Dyckmans in Auftrag gegeben wurde. Damit wären mehr der 14- bis 65-jährigen in Deutschland lebenden Menschen von einer Online-Sucht betroffen als von pathologischem Glücksspiel. Mechthild Dyckmans nennt die Ergebnisse besorgniserregend.

Besonders gefährdet sind der Studie zufolge Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Auch geschlechterspezifische Unterschiede lassen sich feststellen: Mädchen verbringen ihre Zeit häufiger in sozialen Netzwerken, während für Jungen eine stärkere Faszination von Online-Spielen ausgeht. Darüber hinaus fand ein US-amerikanisches Forscherteam der Columbia University in einer Studie mit 2.000 Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren unlängst heraus, dass diejenigen, die viel Zeit in Online-Communities verbringen, auch anfälliger für einen höheren Alkohol- oder Cannabiskonsum sind als Gleichaltrige, die sich weniger in sozialen Netzwerken bewegen. Ob sich jedoch ein kausaler Zusammenhang zwischen Internetabhängigkeit und dem vermehrten Konsum von Rauschmitteln so einfach ziehen lässt, oder ob nicht auch ein bereits erhöhter Drogenkonsum eine zusätzliche potenzielle Online-Sucht begünstigt, bleibt fraglich.

Umstritten bleibt außerdem, wie genau Online-Sucht zu definieren ist und ob sich tatsächlich schon von einem eigenen Krankheitsbild Internetsucht sprechen lässt. So gibt es Argumente, die eine Abhängigkeit von Computer, Internet und Social Networks lediglich als eine virtuelle Ausprägung anderer stoffungebundener Süchte wie Spiel- oder Sexsucht interpretieren.

Quellen: www.sueddeutsche.de, www.drugcom.de